Kinderschutzbund kriminalisiert legitimen Protest

In der Auseinandersetzung um die drohende Räumung des Wohn- und Kulturprojekts Liebigstr. 14 in Berlin-Friedrichshain meldete sich nun erstmals der Kreisverband Unna des Kinderschutzbundes zu Wort. Er schlägt sich auf die Seite der Eigentümer-Gesellschaft Lila GbR seines Geschäftsführers Edwin Thöne und verliert kein einziges Wort über deren skandalöse Entmietungspraxis. Gleichzeitig setzt der Kinderschutzbund die Diffamierungsstrategie der Eigentümer fort.

Statt auf Edwin Thöne einzuwirken, die Räumung zu verhindern, knüpft der Unnaer Kinderschutzbund nahtlos an die Strategie der Lila GbR an und unterstellt uns „kriminelle Methoden“. Offensichtlich stellt für den Kinderschutzbund die Tatsache, dass 28 Menschen mitsamt dreier Kleinkinder auf die Straße gesetzt werden, kein Problem dar. Das Problem ist eher, dass wir uns erdreisten, darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen und auf den Zusammenhang zwischen vorgeblichem sozialen Engagement und rücksichtsloser Immobilienspekulation aufmerksam zu machen.

Erst durch das Herstellen von Öffentlichkeit war Edwin Thöne bereit, mit uns zu reden. Das Gespräch verlief allerdings enttäuschend. So versteckte er sich hinter seinem Mitgesellschafter Suitbert Beulker und behauptete, nichts mit der Angelegenheit zu tun zu haben. Dem ist nicht so. So unterzeichnete er im Januar 2007 eine Vollmacht, die es Beulker erst ermöglicht, die Räumung zu betreiben. Diese Vollmacht könnte Herr Thöne jederzeit widerrufen.

Wir stellen die Glaubwürdigkeit des Kinderschutzbundes in Frage, wenn er die drohende Räumung unseres Hauses als Privatangelegenheit Edwin Thönes deklariert. Auch der Verweis auf eine „gerechte Entscheidung“ des Gerichts läuft ins Leere. Sie entbindet Herrn Thöne nicht von seiner Verantwortung für die Entmietungspraxis der Lila GbR. Einem Verband, der sich in seiner Geschichte des öfteren für Gesetzesänderungen – wie bspw. dem Verbot von körperlicher Gewalt in der Erziehung – stark gemacht hat, sollte klar sein, dass Gerichte nicht immer eine „gerechte Entscheidung“ treffen.

Wir fordern Herrn Thöne weiterhin dazu auf, seine Vollmacht endlich zu widerrufen und eine einvernehmliche Lösung mit uns anzustreben. Sollte er nach wie vor nicht daran interessiert sein, fordern wir den Deutschen Kinderschutzbund auf, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.