Offener Brief an Heinz Hilgers: Bekennen Sie sich zu den Zielen des DKSB!

Sehr geehrter Herr Hilgers,

Auf seiner Internetseite beschreibt der Deutsche Kinderschutzbund e.V. sich und seine Ziele mit folgenden Worten:

„Sie [die Mitglieder] setzen sich gemeinsam mit über 10.000 Ehrenamtlichen und rund 3.000 Mitarbeitern für Kinder und gegen Missstände ein, drängen Politiker und Verwaltung zum Handeln und packen selber an. […] Aktiv wendet er [der Kinderschutzbund] sich gegen jede Form von Benachteiligung, Diskriminierung und Ausgrenzung nicht nur von Kindern, sondern aller Menschen. Denn nur in einer Gesellschaft, die durch Offenheit, Toleranz, ein friedliches Miteinander, Gerechtigkeit, Verständnis und Solidarität gekennzeichnet ist, werden Kinder eine gute Zukunft haben.“

Der Geschäftsführer des Unnaer Kreisverbandes, Edwin Thöne, betreibt zusammen mit seinem Jugendfreund Suitbert Beulker z.Zt. die polizeiliche Räumung einer ganzen Hausgemeinschaft, bestehend aus 28 Menschen, darunter drei Kleinkinder.

Bereits Ende vergangenen Jahres machten wir ihn auf die sozialen Folgen seines Handelns aufmerksam, woraufhin er zunächst mit Nichtwissen bestritt, über das Vorgehen seines Geschäftspartners informiert zu sein. Nachdem wir ihm ausreichend Material zur Verfügung stellten um die Lage beurteilen zu können, schwieg er. Währenddessen liefen in Berlin die Prozesse gegen uns weiter. Diese wurden nicht nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis E. Thönes verhandelt, seine Einwilligung war und ist die Voraussetzung dafür.

Da er sich auf unsere Schreiben nicht mehr meldete, problematisierten wir öffentlich die Tatsache, dass der Repräsentant einer Organisation mit den eingangs zitierten Zielen imstande ist, in seiner Freizeit als rücksichtsloser Immobilienspekulant aufzutreten. Erst aufgrund dessen meldete sich E. Thöne wieder bei uns. Per E-Mail teilte er uns mit, aus der Eigentümer-Gesellschaft „Lila GbR“ aussteigen zu wollen.

Dies bedeutete jedoch nicht, dass er die drohende polizeiliche Räumung unseres Hauses verhindern will. So teilte uns unser Anwalt mit, dass Herr Thöne die Prozesse gegen uns stoppen und die Räumung verhindern könne, in dem er eine im Januar 2007 ausgestellte Vollmacht widerruft. Dazu war Herr Thöne allerdings nicht bereit.

Aufgrund der akuten Gefahr unseren Wohnraum zu verlieren, sahen wir sahen uns daher gezwungen, weiterhin auf seine soziale Verantwortung zu pochen und informierten von nun an sämtliche Orts-, Kreis- und Landesverbände sowie den Bundesverband des Kinderschutzbundes über unsere Situation. Am 4. September besuchten wir Herrn Thöne in Unna. Wir forderten von ihm, den vorgefertigten Widerruf zu unterschreiben und in Verhandlungen um eine einvernehmliche Lösung einzutreten. Gleichzeitig forderten wir – mit einer Besetzungsaktion beim Büro des Bundesverbandes – den Kinderschutzbund auf, im Falle einer Weigerung arbeitsrechtliche Schritte wegen vereinsschädigendem Verhalten gegen Herrn Thöne einzuleiten.

Edwin Thöne war (und ist) weiterhin nicht bereit, die Prozesse gegen die Liebigstr. 14 zu stoppen. Sein Vorschlag, wir sollten doch „einfach ausiehen“, um eine Räumung zu verhindern, empfinden wir als blanken Hohn. In Berlin erläuterte uns Frau Honkanen-Schoberth, dass der Kinderschutzbund föderal aufgebaut sei und der Bundesverband darum nichts für uns tun könne. Nur eine Woche zuvor hatte die selbe Frau Honkanen-Schoberth in einer internen Mail an alle Landesverbände (mit der Bitte um Weiterleitung an die jeweiligen Orts- und Kreisverbände) geschrieben, dass sie keine Stellungnahmen von Orts-, Kreis- und Landeverbänden wünscht. Der Bundesverband werde sich der Sache annehmen.

Bis heute liegt uns jedoch erst eine Stellungnahme vor, und zwar vom Unnaer Kreisverband. Darin wird mit keinem Wort auf die fragwürdige Entmietungspraxis der Lila GbR und die sozialen Folgen derselben Bezug genommen. Stattdessen wird die Sache schlicht zu einer „Privatangelegenheit“ von Edwin Thöne erklärt, was wir in Anbetracht der vorgeblichen Ziele des Kinderschutzbundes in höchstem Maße verwunderlich finden.

Noch verwunderlicher ist die Tatsache, dass der Unnaer Kreisverband in seinem Schreiben sogar noch weiter geht, um die Interessen seines Mitarbeiters zu unterstützen. So wirft er uns „kriminelle Methoden“ vor. Diese Art von Diffamierung ist uns nicht neu. Die Lila GbR benutzt sie seit Jahren, um uns vor Gericht zu verunglimpfen. Dass diese Strategie nun vom Kinderschutzbund übernommen wird, halten wir für skandalös.

Ansonsten bekamen wir bislang – abgesehen von nicht-offiziellen Solidaritätsbekundungen von Seiten einiger Orts- und Kreisverbände – noch keine Reaktion vom Kinderschutzbund. Offensichtlich soll die „[Privat-]Angelegenheit Edwin Thöne“ totgeschwiegen werden.

Sie sind sicherlich nicht darüber verwundert, dass wir uns damit nicht zufrieden geben. Darum wenden wir uns mit diesem Schreiben an Sie, den langjährigen Präsidenten des Kinderschutzbundes.

Wir wollen zusammen mit unseren Kindern in der Liebigstr. 14 wohnen bleiben und eine einvernehmliche Lösung mit Herrn Thöne erzielen. Er ist u.E. in der Verantwortung, die letzten noch laufenden Prozesse sofort zu stoppen und seinem Partner Herrn Beulker, die Vollmacht zu entziehen, uns räumen zu lassen.

Von Ihnen und Ihrem Verband erwarten wir ein klares Bekenntnis zu Ihren sich selbst gesteckten Zielen. Dies kann nur heißen, dass Sie sich ohne Wenn und Aber gegen die polizeiliche Räumung der Liebigstr. 14 aussprechen. Des weiteren fordern wir Sie dazu auf, arbeitsrechtliche Schritte gegen Herrn Thöne einzuleiten, sollte er an der bisherigen Geschäftspraxis der Lila GbR festhalten, die den Zielen des Kinderschutzbundes diametral widersprechen.

Mit freundlichen Grüßen,
die Bewohner_innen der Liebigstr. 14


1 Antwort auf „Offener Brief an Heinz Hilgers: Bekennen Sie sich zu den Zielen des DKSB!“


  1. 1 justanarchy 28. September 2009 um 16:40 Uhr

    Ohne die genaueren Hintergründe zu kennen finde ich es schwierig eueren Aufruf zu unterstützen…
    Es mag Diefamierungen gegen euch gegeben haben, der Typ ist halt einer der die (sich die )Knete (geliehen) hat sich ein Haus zu kaufen, er will das ihr raus geht…
    Passiert leider dauernd in berlin…
    Wo ist der Aufruf das Mietverhältnis als ganzes anzugreifen? Ob er beim Kinderschutzbund arbeitet oder als Müllkutscher ist doch völlig unerheblich…auch wenn ich gerne glaube das deren Bundesverband sich komisch verhalten hat und eine Person da die Richtlinienkompetenz an sich reisst…
    Das aber ist ein Einsteigen auf deren Spiel, was immer jemensch angeblich gehört, aber in der Regel nicht von dieser Person gebraucht wird, ist Diebstahl…
    Eigentum ist Diebstahl….was Zeichnet übrigens ein „linkes Hausprojekt aus“? Seit ihr antiautoritär? Salonkommunist_innen, Kulturanarchist_innen???
    Viel Erfolg vor Gericht!!!

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.