Rückblick- Kein Gerede nur die Tat Demo

Mit 200 Menschen ein lautstarker Protestzug unter dem Motto „Kein Gerede, nur die Tat. Liebig14 verteidigen“ durch das Friedrichshainer Südkiez und einen Teil von Kreuzberg. Ein Bericht.

Pünktlich um 15:30 zum angesetzten Treffpunkt am Frankfurter Tor, setzte ein zehnminütiger Platzregen ein, der so einigen das Wasser bis in die Schuhe liefen lies. Der Großteil der TeilnehmerInnen konnte sich jedoch im U-Bahn Eingang und in einer Unterführung unterstellen. Die Polizei nutze das festgelegte Glasflaschenverbot in den Auflagen um von punktuellen Kontrollen zu den üblichen Vorkontrollen überzugehen. Hier bedarf es in der nächsten Zeit noch die ein oder andere Dienstaufsichtsbeschwerde, um uns von den lästigen Vorkontrollen wieder zu befreien. Ausserdem gibt es natürlich auch die Möglichkeit sich dieser einfach nicht zu unterziehen.

Die Demo startete dann in die Frankfurter Allee bis zur Kinzigstrasse, wo es zu einem ersten Zwischenfall kam. Die Bullen wurden mehrmals darauf hingewiesen das das dauerhafte abfilmen der Demo nicht zulässig sei, was sie auch so bejahten, es dennoch dauerhaft durchführten. Vor dem Protestzug liefen zwei Menschen die einen Korbbeutel in das Objektiv einer HundertschaftlerIn hielten. Darauf hin sollte es zu einer Personalienfeststellung kommen, worauf es jedoch nach einigem hin und her doch zu Ingewahrsamname der beiden kam.

Von nun an war die Stimmung gereizter. Die Polizeiführung vor Ort bestand darauf das in den Auflagen das „Zusammenknoten, die Zweckentfremdung und das tragen oberhalb des Halsbereiches“ unzulässig ist. So wurden Personen die am Transpi liefen dauerhaft von den eingesetzten Mutanten beleidigt und geschupst. Es wurde mehrmals gedroht das Transpi zu entreissen. Dies entspannte sich ein wenig als die Demo dann auf der Warschauer Strasse ankam und die Strasse etwas breiter wurde. Allerdings wurde nun die rechte Seite der Zuges dauerhaft begleitet. Was mit dem Vorbeimarsch am Liegenschaftfonds begründet wurde. Ausserdem hatte die Einsatzleitung nach eigenen Aussagen wohl Respekt vor dem offenem Gleisbett der Strassenbahn. Vor der Oberbaumbrücke wurde dann die Begleitung abgezogen. Der Demozug ging hier dann bis zum Kotti, wo nach kurzer Endkundgebung dann die Demo aufgelöst wurde.

Alles in allem eine für diese Uhrzeit angesetzte Demo, doch recht ordentlich. Die Demospitze war dauerhaft kraftvoll und laut. Kritik an der Uhrzeit der Demo ist zulässig, jedoch ging es ja um eine Zeitliche nähe des letzten runden Tisches der Liebig14. Ein anderes Phänomen wurde jedoch beobachtet: „Es sind ja sogar Passanten auf der Strasse“. Kritik könnte Mensch vielleicht an zwei Punkten ansetzen, teilweise hätte mehr entschlussfreude vielleicht an der ein oder anderen Stelle für etwas mehr Hektik gesorgt, allerdings ist dies mit 200 Menschen auch wieder ein Risiko. Ansonsten hätte eine Steigerung des Lauftempos vielleicht auch die Menschen im hinteren Ende animiert sich kraftvoller in die Demo einzubringen, statt ihr hinterher zu laufen.

Solidarität mit allen emanzipatorischen Projekten und allen von Räumungen bedrohten!
Wir bleiben alle!