29.1 Expect Resistance Demo

Am 02.02.2011 werden die Bullen versuchen das Hausprojekt Liebig 14 in Berlin Friedrichshain zu räumen – da verstehen wir gar keinen Spaß. Die drohende Räumung der Liebig 14 ist ein Angriff auf uns alle und wir haben nicht vor dies ohne Weiteres hinzunehmen! Deshalb werden wir am 29.01.2011 mit einer kraftvollen Demo unsere Wut auf die Straße tragen.

Natürlich sind wir ziemlich sauer darüber, dass schon wieder ein Freiraum platt gemacht werden soll, doch das ist nur die Spitze des Eisberges.
In Friedrichshain wie auch in vielen anderen Innenstadtbezirken ist Gentrifizierung schon längst kein Fremdwort mehr. Nur wenige bunte Flecken durchbrechen den hochglanzpolierten Großstadtwahn. Überwachung und Kontrolle des öffentlichen Raums nimmt immer weiter zu. Doch immer mehr Unmut macht sich breit, denn die neoliberale Stadtumstrukturierung bedroht nicht nur die linke, unkommerzielle Subkultur dieser Stadt, sondern betrifft besonders sozial schwache Menschen, Migrant_innen und alle anderen Bevölkerungsgruppen, die sowieso schon an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden. Steigende Mieten weisen ihnen auch in dieser Stadt einen Platz zu, den sie gesellschaftlich längst haben: weit weg von all den Dingen, die das Leben angenehm machen, wie gewachsene soziale Netzwerke und lebendige, selbst gemachte Kultur.
Das, was übrig bleibt ist kultureller Einheitsbrei in Form gesichtsloser Cocktailbars mit überteuerten Preisen und vereinheitlichte Fertigbetondoppelhaushälften, dessen größte Kreativität in unterschiedlichen Grautönen ihren Ausdruck findet. Geschmückt wird das Ganze mit privaten Sicherheitsdiensten und Kamerüberwachung.
Uns geht es nicht darum nur unseren eigenen Arsch zu retten um ungestört, für wenig Geld mit netten Leuten in ’nem Szene-Kiez zu wohnen.

Nein! Wir fordern eine Stadt für alle!
Uns ist es bewusst, dass die Realität in unseren Projekten all unseren schönen Ansprüchen oft hinterherhinkt. Entscheidend ist es, unsere Ideen hier und jetzt in die Praxis umzusetzen. Wir experimentieren und probieren gemeinsam den besten Weg um zu einem anderen Miteinander, außerhalb der verschiedensten Formen sozialer Hierarchien wie Rassismus und Sexismus zu finden. Es ist ein Kampf gegen die Dinge, die wir verinnerlicht haben, gegen die Verlockung, unsere Ideen aufzugeben und den einfachen, angepassten Weg zu gehen für ein bisschen besseres Leben im Falschen. Es geht nicht darum eine heile kleine Welt aufzubauen, sondern Orte zu schaffen, in denen sich Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse organisiert. Uns ist sehr wohl bewusst, dass Mieterhöhungen, Verdrängung und Räumungen trotz brennender Aktualität nur ein Teil des Problems sind – der kapitalistische Normalzustand. Wir denken dass es richtig ist die konkreten Verhältnisse, die Menschen ausgrenzen und unterdrücken nicht nur zu kritisieren, sondern auch anzugreifen.

Stadtumstrukturierung selbstgestalten!!!!!
Freiräume erkämpfen!!!!!
Liebig 14 verteidigen!!!!!

Demo am 29.01.2011 um 15:00 Uhr – U-Kottbusser Tor
und im Fall einer Räumung am 02.02.2011 um 19:00 – Boxhagener Platz

Weitere Infos: liebig14.blogsport.de

…achtet auf weitere Ankündigungen!

Mobimaterial für die Demo am 29.01.2011

Flyer und Poster für die Demo am 29.01.2011 „Hausprojekt statt Luxuslofts – Liebig 14 verteidigen – Wir bleiben Alle!“ um 15 Uhr am Kotti sind fertig und können abgeholt und verteilt werden. Ihr bekommt sie in der Liebig14, im Infoladen Daneben, im KuBiz und demnächst im Bethanien. Spread the word!

hier noch die Route

Kottbusser Tor (Auftakt-KG), Adalbertstr., Oranienstr., Manteuffelstr., Waldemarstr., Lausitzer Platz, Eissenbahnstr., Wrangelstr., Skalitzer Str., Oberbaumbrücke, Warschauer Str. (Zwischen-KG zwischen Liegenschaftsfond und S-Bahnhof), Warschauer Str., Petersburger Str., Rigaer Str. (Zwischen-KG Rigaer Ecke Liebig-Str.), Rigaer Str., Proskauer Str., Niederbarnimstr., Grünberger Str. (Abschluss KG im Bereich Grünberger Ecke Gabriel-Max, vor Zielona Gora)


10 Antworten auf „29.1 Expect Resistance Demo“


  1. 1 Manfred Schmutzhard 23. Januar 2011 um 18:25 Uhr

    He ihr dürft nicht aufgeben, ihr seid im Recht, ich bin im Geiste bei Euch, Ich bin der der in der Liebigstrasse 14 in Linz / Oberösterreich lebt und daher fühle ich mich mit euch Liebig14-Brüdern und Schwestern verbunden. Kämpft weiter, schiesst aus allen Rohren, wir dürfen uns nicht besiegen lassen, denn wir sind die Gewinner und im Auftrag der Gerechtigkeit. Im Geiste bei Euch Mandi Propagandi !!!

  2. 2 karpfen 28. Januar 2011 um 19:52 Uhr

    hallo,

    ja, ich bin mit euch solidarisch!

    warum übernehmt auch ihr völlig unkritisch/unreflektiert die sprache der herrschenden? ihr schreibt: „…sondern betrifft besonders sozial schwache Menschen,“. (zitat aus eurem ankündigungstext)

    was heißt für euch „sozial schwach“? menschen, die wenig geld haben = sozial schwach?

    gerade menschen, die wenig geld haben sind doch noch am ehesten in dieser gesellschaft diejenigen, die sich um anderen kümmern und sorgen machen.

    ersetzt doch bitte den begriff „sozial schwach“ durch „finanziell schwach“! dann paßt es wenigstens.

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