Pressemitteilung vom 04.02.2012

Erklärung des Liebig14-Hauskollektiv zur Demonstration von Samstag

Heute demonstrierten knapp 2.000 Menschen in Berlin-Friedrichshain gegen Verdrängung und steigende Mieten.
Anlass waren der Jahrestag der Räumung der Liebigstraße 14 am vergangenen Donnerstag, eine Razzia der Polizei im Hausprojekt „Rigaer 94″ und die Ankündigung den „Schokoladen“ in Mitte am 22.02. räumen zu wollen.

An die Herrschenden:

„Wisst ihr, dass wir Räumungen niemals akzeptieren werden?

Wisst ihr, dass ein Angriff auf ein Projekt einen Angriff auf uns alle bedeutet?

Ist euch nicht klar, dass die Unterstützung für diese Freiräume nicht nur von denen kommt, die ihr als „linksextrem“ diffamiert? Dass sich die breite Solidarität in der ganzen Stadt nicht spalten lässt in „böse, gewaltbereite“ und „friedliche“ Bürger_innen? Dass sich Verdrängung und „Aufwertung“ gegen uns alle richten und wir in unserer Wut zusammen dagegen kämpfen?

Für jede spektakuläre Räumung, wie die der Liebig14, gibt es hunderte von stillen Räumungen durch Eigentümer_innen, die ihre Macht nutzen Mieter_innen einzuschüchtern und zu vertreiben – mit staatlicher Untsertützung.

Verfolgt ihr die internationale Presse? Kriegt ihr nicht mit, dass überall auf der Welt – immer häufiger und lauter – Menschen sich erheben gegen die gleiche kapitalistische Scheiße, die unsere Stadt zerstört?

In Griechenland, Spanien, Großbritannien und vielen anderen Ländern zeigt sich wie sehr die kapitalistische Krise eine soziale ist. Wie immer trägt die ärmere Bevölkerung die Lasten der Krise – sog. Gesundheitsreformen, Erhöhung des Renteneintrittsalters, Hartz IV-Terror. Doch immer mehr Menschen weltweit lassen sich nicht mehr verarschen und setzen sich zur Wehr.

Der Kapitalismus ist die Krise.

An die Eliten Berlins: Ihr haltet die Stadt nicht für einen Lebensraum, sondern für eine Profitquelle – Ihr könnt uns mal!
Unsere Wohnungen und Straßen sind voller Liebe, Freundschaft und Kreativität – weder Stahl und Glas, noch Beton und Neonreklame können uns das nehmen! Eure Stahlträger schmelzen wir ein, die Scheiben eurer Hutgeschäfte hauen wir kaputt, euren Beton reißen wir auf und eure Neonreklame klauen wir schon morgen!

Profiteur_innen der Verdrängung fürchtet euch!
Alle anderen freut euch auf eine Stadt mit mehr Blumen, Spaß und Schwarzfahren!

Liebig 14 lebt weiter – im Untergrund!