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Video

Auf Youtube ist ein hübsches Video aufgetaucht:


Inspiriert von Dolziger Höfe – Eigentumswohnungen in Berlin Friedrichshain.

Und wie schon geschrieben: 12:00 Mahnwache vor dem Haus, 16:00 Juppiedemo unterwandern!

KÖPI… NOT FOR SALE!

Diesen Text haben wir auf Indymedia gefunden. Die KÖPI ist wieder gefährdet. Die Zwangsversteigerung am 28. 2. stellt nicht nur den Wagenplatz, sondern mittelbar die ganze KÖPI infrage. Unsere Antwort heißt SOLIDARITÄT! Und das hat ja bei der KÖPI eine lange und vor allem auch erfolgreiche Tradition.

Das Kultur- und Wohnprojekt KÖPI in Berlin ist in Gefahr. Ein Teil der KÖPI, nämlich der Wagenplatz, soll am 28. Februar Zwangsversteigert werden. Wir rufen zur Unterstützung und Solidarität mit einem des wichtigsten autonomen Zentrums im Kiez und in der Stadt auf.

Das Haus welches ihr heute als KÖPI kennt, ist eines der wenigen in seiner Straße welches den Luftangriff 1945 und die Befreiung Berlins relativ unbeschadet überstand. Auf Grund ungeklärter Eigentumsverhältnisse nach dem Krieg, übernahm die Kommunale Wohnungsverwaltung (KWV) die Verwaltung der Nummer 137, sie wurde „Volkseigentum“. Nach dem Abriss des Vorderhauses wurde der hintere Teil des Gebäudes zu einer „Sportlergasstätte“ mit darüber liegendem Wohnraum. Ende der 80er Jahre ist das Haus schließlich langsam entmietet worden. Auf Grund der Lage, direkt am Grenzstreifen und auf drei Seiten von der DDR umgeben, gab es vor 1989 zunächst nur wenig Interesse am Gebiet um die Köpi, der heutigen Nördlichen Luisenstadt. Nach dem Mauerfall und dem Ende der DDR entschlossen sich am 23.02.1990 einige Mutige das Haus in der Köpenicker Straße 137 vor dem Abriss zu retten und hier ihre Vorstellung von gemeinsamen Leben zu verwirklichen – das Haus wurde besetzt. Nach der Wende wurde die KWV aufgelöst und die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) war verantwortlich, später als Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE) bekannt. Nach der Räumung der Mainzer Straße im Herbst 1990 erhielt die Köpi im Sommer 1991 einen Vorvertrag. Sie tat dies somit als letztes Projekt zu dieser Zeit in Berlin. 1993 erhielten die Bewohner_innen schließlich reguläre, unbefristete Mietverträge durch die GSE.

1995 zur Zeit der Rückübertragungen in Berlin, wurde das Haus einer Erb_innengemeinschaft zugesprochen. Die Verwaltung übernahm letztendlich, nach internen Streitereien unter den Erben, die Petersen und Partner KG. Diese versuchten genau ein Jahr später die Bewohner_inner innerhalb einer Woche raus zu klagen. Nach einer gescheiterten Räumungsklage im Dezember 1996 meldete Petersen schließlich 1998 Konkurs an. Seine großen Wunschvorstellungen wollte er u.a. mit Hilfe der Commerzbank, später die Hauptgläubigerin, finanzieren. Urbane Projekte waren zu dieser Zeit eine sichere Investition, außer die Köpi! Um ihre Verluste durch evtl. Mieteinnahmen zu beschränken lies die Commerzbank das Haus 1998 pfänden. Die bestehenden Mietverträge waren allerdings zu Konditionen aus DDR-Zeit verhandelt worden. Sie waren so gering, dass gerade die Betriebskosten gedeckt waren. Daraufhin versuchte die Commerzbank die Köpi zu versteigern, das ganze gleich 4mal in den Jahren 1999 und 2000. Große Mobilisierung und internationale Kampagnenarbeit durch die Bewohner_innen führten aber zum Reinfall für die Commerzbank. Zu den beiden ersten Terminen erschien nicht ein_e Bieter_in und die anderen Termine wurde noch vorher abgesagt. Die Bank übergab die Verwaltung daraufhin wieder Petersen, der aber pleite war und längst kein Interesse mehr hatte. Es kam zur völligen Selbstverwaltung durch die Bewohner_innen und Nutzer_innen.

Eine erneute Zwangsversteigerung im Jahr 2007 führte zum Verkauf an Siegfried Nehls. Zum halben Wert erhielt er das Grundstück plus Haus als Alleinbieter. Nehls mit seinen unzähligen Unterfirmen hat seinen Sitz am Kudamm. Immer kurz vorm Bankrott gewährt die Commerz Bank Nehls einen Kredit zur Finanzierung. (Prinzip: Wir geben dir Geld, damit du bei uns kaufst!?!) Nach Abwicklung der Versteigerung an eine von Nehls Unterfirmen mit dem Geschäftspartner Besnik Fichtner, kündigt dieser sämtliche Mietverträge und verkündet den Abriss. Die Kündigungen werden später aber wieder zurückgenommen.Es bildet sich erneut europaweiter Protest. Nehls „Imperium“ gerät unter Verdacht der Staatsanwaltschaft und seine Büros werden durchsucht. Als Fichtner erkennt, dass Nehls ein falsches Spiel treibt, beginnt er mit der Köpi zu verhandeln. So kommt es zu neuen Verträgen über 30 Jahre und der Sicherung des Wagenplatz. Nach ca. einem Jahr überschreibt Fichtner das Haus nun doch wieder an eine Unterfima von Nehls. Seine Hoffnung, wie auch die von Petersen damals, wenigstens etwas an der Miete zu verdienen, platzte schnell als er die Mietkondition entdeckte.Nach 3 Jahren „Ruhe“ wurde die Köpi 2010 erneut zur Zwangsversteigerung ausgerufen. Bisher schwebend ist es nun wieder soweit. Dies hat aber noch andere Gründe. Im Sommer 2012 hat die Stadt angekündigt das Gebiet um die Köpi, die Nördliche Luisenstadt, als eins von 7 Sanierungsgebieten in Berlin auszuschreiben. Sie verspricht gewisse Gelder (13,4 Mio. €) zu Verfügung zu stellen um Investor_innenn anzuziehen, welche eine vermeintlich soziale Stadt finanzieren sollen. Die ersten Investor_innen haben schon angebissen. Doch weil so eine Sanierung „sozial“ sein soll, müssen die eigentlich schon beschlossenen Sanierungsziele, mit einer von den Bürger_innen gewählten Betroffenenvertretung (BV) besprochen werden. Diese, bestehend aus Anwohner_innen, Betroffenen und Interessierten, trifft sich ebenfalls seit letztem Sommer, um gemeinsam eigene Vorstellungen der Ziele auszuarbeiten. Dass es sich dabei nur um ein vorgeheucheltes Mitbestimmungsrecht handelt, wurde bereits im Dezember deutlich. Der BV wurde direkt mitgeteilt, dass ihre Mühen lediglich als Anhang für ihre Unterlagen dienen und sämtliche Entscheidungen nach den Wünschen der Investor_innen getroffen werden. Diese sehen nämlich Lofts, Eigentumswohnung und Luxus-Studentenwohnheime (www.the-fizz.com mit knapp 500€/21m² Miete) vor und möchten die Köpenicker Straße zu einer Flanier- und Partymeile ausbauen. Der große Postfuhrhof hinter der Köpi soll zu einem zweiten Hackenschen Mark verwirklicht werden. Ebenso sind Ziele der Stadt die Bevölkerungsdicht zu verdoppeln und sämtliche Brachen und Freiflächen zu schließen. Leider ist in den Augen der Stadt und der Spekulant_innen eben auch ein Wagenplatz eine Freifläche. Schon bald sind all diese Ziele Thema bei der Bezirksverordnetenversammlung Mitte und müssen dort beschlossen werden. Erst dann werden die gierigen Inverstoren ihre Baugenehmigungen erhalten. Das betrifft aber nur gewisse Teile, denn schon jetzt wird fleißig in der Gegend gebaut. Am Engeldamm entsteht ein Eigentumswohnungs-Schloss nach dem anderen. Die Genehmigung für das Fizz ist schon erteilt. Schon in 15 Jahren soll die Planung komplett umgesetzt worden sein.Der Nächste Schritt ist nun die Zwangsversteigerung des Köpi-Wagenplatzes durch die Commerzbank und ihre Töchter, welche nun durch die Ausschreibung der Gegend als Sanierungsgebiet die Möglichkeit wittern ihre jahrelangen Verluste zu beenden.

Das Haus mit seinen vielen Projekten und der Wagenplatz gehören aber zusammen. Viele unkommerzielle Projekte, wie Vereinsräume mit Bar und Konzerträumen, Sport- und Kletterräumen, einer Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt, eine Siebdruckwerkstatt, ein Infoladen und Kino und Plena-Räume haben hier ihren Platz. Die Köpi und der Wagenplatz als alternative Wohn- und Kulturprojekte sind nicht nur wichtiger Bestandteil der bestehenden Widerstandsbewegung gegen die Verwertungspolitik sondern auch ein Zuhause für rund 100 Menschen. Und damit das so bleibt, gibt es viel zu tun.

2. Februar – Samstag 12 Uhr Mahnwache und 16 Uhr Demo Dorfplatz [Juppiedemo unterwandern – das Tipper] (Liebig/Rigaer)

6. Februar – Mittwoch 20Uhr Köpi Infoveranstaltung zum aktuellen Stand Sanierungsgebiet und Zwangsversteigerung dazu etwas leckeres, veganes zu essen

22. Februar – Freitag 17 Uhr Köpi WBA-Demo im Rahmen des 23. Hausgeburtstages der Köpi

28. Februar – Donnerstag; 9Uhr Amtsgericht Mitte (Littenstraße 12-17) Kundgebung gegen die Zwangsversteigerung des Köpi-Wagenplatzes LIVE: Calavera (Radical DIY-Anarcho-HipHop / FR)

Solidarität ist eine Waffe! Rummelplatz, KVU, Linienstraße und alle anderen alternativen Projekte müssen bestehen bleiben!KØPI und Wagenplatz bleiben Risikokapital! Informationen zum Sanierungsgebiet findet ihr auch auf unserem Blog LUISE.ME. Schreibt Solidaritätserklärungen und schickt diese an luisegegengentrifizierung@riseup.net

Unsere Informanten in der FPD sind sich übrigens sicher, dass die zu unterwandernde Juppiedemo zur KÖPI gehen wird. Bevor sie da ankommt wird sich zeigen, wer echt ist und wer unterwandert. Resümiert werden kann dann im Warmen – die KÖPI wird offen haben; heiße Suppe und warme Getränke gibts auch.

Schöner unsre Städte und Dörfer

In Friedrichshain und auch drumherum hängen mittlerweile mehr und mehr Plakate mit dem schönen Zombie-Motiv. Das freut uns sehr und zeigt auch deulich, daß selbst Untote durchaus zu etwas Bewegung fähig sind.

Dieses Beispiel vom „Dorfplatz“ zeigt allerdings auch, daß leider auch unsere Gegner_innen von der FPD nicht untätig sind. Sie schreiben:

Wie hier deutlich zu sehen ist, sind hier in direkter Nachbarschaft zur glücklicherweise geräumten Liebigstraße 14 und in nächster Nähe zu ähnlichen Abbruchhäusern fast alle Zombieplakate überklebt. Unsere Jugendlichen haben mit ihrer Aktion viel bewegt und sind einen guten Schritt weiter gekommen auf dem langen Weg zu einem besseren Friedrichshain ohne Zombies und Hungerleider. Und auch die jämmerlichen Versuche dieser erbärmlichen Gestalten zurück zu schlagen, werden erfolglos bleiben.

Um den Kampf um die Plakatwände zu gewinnen, können wir noch Unterstützung gebrauchen. Material findet Ihr im Fischladen (am tresen fragen) und im NewYorck im Bethanien. Und wenn Ihr schon dabei seid – vielleicht nehmt Ihr auch gleich noch ein paar Plakate von Zwangsräumung verhindern mit. Diese sind nämlich auch grade fertig geworden und liegen an folgenden Stellen zum Abholen bereit::

Druckfrische Plakate und Flyer gibt es hier:
- Kreuzberger Stadtteilzentrum, Lausitzer Straße 8, 10999 Berlin
- Buchladen Schwarze Risse, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin
- Buchladen zur Schwankenden Erdkugel, Kastanienallee 85, 10435 Berlin
- NewYorck im Bethanien, Mariannenplatz 2A, 10997 Berlin

Material fürs Netz gibts hier.

Aber vorher treffen wir uns ja am 2. Februar!

Immer noch Prozesse wegen der Räumung!

Konrad Litschko schreibt in der taz vom 24. Januar 2013:

Randale-Prozess mit offenem Ausgang

Als am 2. Februar 2011 das linke Hausprojekt Liebig 14 geräumt wurde, kippte die Stimmung. Seit gestern stehen sechs junge Männer vor Gericht.

Die Spur der Verwüstung, wie die Anklage sie zeichnet, ist immens: eingeworfene Scheiben von Banken und Supermärkten, zerschlagene Bushaltestellen und Werbesäulen, auf die Straße gezerrtes Baustellenmaterial, Steinwürfe auf Polizeiautos, Beamte und einen BVG-Bus. „Gewalttätigkeiten gegen Menschen und Sachen in besonders schweren Fällen“, konstatiert Staatsanwalt Martin Laub. Die sechs jungen Angeklagten vor ihm, die das mitverursacht haben sollen, folgen seinen Worten unbeteiligt.

Am Mittwoch begann vor dem Amtsgericht Tiergarten der wohl letzte Prozess rund um die Räumung des Hausprojekts Liebig 14 in Friedrichshain vor zwei Jahren. Und das in großem Format: 20 Verhandlungstage sind angesetzt, zwei Verteidiger hat jeder Angeklagte mit in den Saal 700 gebracht, den größten im Haus.
Anzeige

Mehrere Stunden brauchte die Polizei im Februar 2011, um das verbarrikadierte Haus zu räumen, 2.000 Linke gingen danach auf die Straße. Aus einer Spontandemo wurde am Abend massive Randale, bei der Autonome in Kleingruppen stundenlang durch Friedrichshain zogen.

Von „blinder Zerstörungswut“ und Millionenschäden sprach anschließend der damalige Polizeipräsident Dieter Glietsch. 82 Festnahmen verzeichnete die Polizei. Die sechs Männer, die am Mittwoch im Amtsgericht sitzen, sind Studenten und Auszubildende, Mittzwanziger, in Kapuzen- oder Streifenpullovern, einer mit grünen Haaren.

Dass sie, so die Anklage, in einer Gruppe von etwa 150 Leuten mitrandaliert hätten, bestreiten sie. Aussagen wollen sie hingegen nicht. Stattdessen verliest einer von ihnen, Thomas O., eine Erklärung: „Der Kampf gegen Verdrängung ist aktueller denn je.“ Die Liebig 14 sei ein Traum von einer anderen Welt gewesen, die Anklage „willkürlich“ und Schikane. Seit fast zwei Jahren müssten sie sich zweimal wöchentlich bei der Polizei melden, um nicht in U-Haft zu landen, so der 26-Jährige. „Es geht nur um Repression.“ Freunde auf den Zuhörerbänken applaudieren, der Staatsanwalt schmunzelt.

Die Verteidiger halten auch die Beweise für haltlos. Einzig zwei Zivilpolizistinnen wollen die Beschuldigten bei Steinwürfen beobachtet haben. „Über mehrere Stunden haben sie die sechs in einer so großen Gruppe genau beobachtet?“, zweifelt Anwalt Sven Lindemann. Er kritisiert auch die „nahezu identischen“ Aussagen der Beamtinnen. Offenbar hätten sich beide abgesprochen.

Die Anwälte haben noch einen Trumpf: Erst vor anderthalb Wochen hob das Landgericht eine achtmonatige Bewährungsstrafe für einen jungen Mann auf und machte daraus einen Freispruch. Auch ihn hatten die beiden Polizistinnen beschuldigt, auch er stritt ab. Im Zweifel für den Angeklagten, befand das Landgericht. Auch weil die Aussagen der Frauen unstimmig gewesen seien. Er könne nicht ausschließen, dass das aktuelle Verfahren noch eingestellt werde, sagte denn auch Staatsanwalt Laub.

Die Liebigstraße 14 ist heute wieder vermietet, erste Neubewohner zogen bereits vier Monate nach der Räumung ein. Für die linke Szene blieb das Haus ein Reizobjekt: Immer wieder flogen Farbbeutel und Steine. Auch für den zweiten Jahrestag der Räumung am 2. Februar organisieren Exbewohner Protest: Direkt vor dem Haus soll eine „Zombie-Kundgebung“ stattfinden. „Immer noch werden Mieter und linke Hausprojekte gekündigt“, heißt es in ihrem Aufruf. Es bleibe „wichtig, Investoren und Politikern zu zeigen, dass ihre Probleme mit einer Räumung längst nicht vorbei sind“. Das klingt dann nicht viel anders als die Erklärung der sechs im Saal 700.

Datenmüll für einen heißen Winter

Hier kommt ein vorläufiger Terminplan zum Jahrestag der Räumung:


26. 01. 2013
20:00 @Zielona Gora (Grünberger Straße 73) – Film und aktuelle Infos beim Protego Antirep-Solitresen. Danach Tischtennis, Cocktails und Vokü.


01. 02. 2013
um 22:00 @Fischladen – Solikonzert mit Berlinska Droha


02. 02
- 12:00 @„Dorfplatz“ (Rigaer/Ecke Liebigstr). Herumhängen und Mahnwachen. Mit warmen Getränken, Suppe und Livemusik.
- 16:00 @“Dorfplatz“ Juppies wollen durch den Kiez demonstrieren. Wir rufen zur Unterwanderung der Demonstration auf!
- 19:00?@Köpi: Nach erfolgreicher Übernahme der Jupiedemo gibts warme Getränke und heiße Suppe im beheizten AGH
- 20:00@Convoi:
Weihnachtsbaumverbrennen und andere Highlights
- 21:00@ZGK (Scharnweber Str. 38) Fette Soliparty für den räumungsbedrohten Rummelplatz.
ab 21.00 Uhr Vokü, themenbezogene Filme
ab 22.00 Uhr Konzert: „Tyran Tyran“ (Indi-Rock aus Berlin), „Zerum“ (Crust, Doom aus Berlin), „Kami Ada“ (schneller Anarcho-Punk aus Berlin). Special: Mustagebar (Oberlippenbart-Karaoke) keep your mustage! DJs: Hardtech. Eintritt: Spende.


Auch spannend: Anarchist_innen rufen zu einer einer „weltweiten Kampagne direkter Aktionen in Solidarität mit Freiräumen vom 02. bis zum 12. Februar“ auf. Mehr Informationen gibts auf http://fightnow.noblogs.org/
Zwei Tage nach dem das vorbei ist, heißt es dann: Zwangsräumung Verhindern!
http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.de/

Friedrichshain: Juppies machen mobil!

Seltsame Plakate werden derzeit in Friedrichshains Straßen geklebt. Die Plakatiererinnen und Plakatierer tragen feinen Zwirn und beklecksen sich nicht mit Kleister. Wie sie das machen, wissen wir nicht. Wir wissen aber um die Ungeheuerlichkeit der plakatierten Slogans: MEHR RENDITE MIT DER MIETE, WAGENPLÄTZE ZU TOWNHOUSES, MEHR LEBENSQUALITÄT DURCH MIETSTEIGERUNG sowie ZOMBIES RAUS AUS UNSERER KAPITALANLAGE! Hier ein Beispiel:

Recherchen haben ergeben, daß es sich bei den Urhebern um eine Gruppe der extremen Mitte namens FPD (Friedrichshainer Patriotische Demokraten) handelt, die nach den Wahlen in Niedersachsen wieder Morgenluft wittern. Sie rufen auf ihrem Blog unter anderem zur Gegendemonstration gegen die Mahnwache anlässlich des 2. Jahrestages der polizeilichen Räumung unseres Hauses auf:

Die FPD ist als Vertreterin der extremen Mitte ein Zusammenschluss bodenständiger weltoffener liberaler, konservativ-grüner Sozialdemokraten und Regierungslinker. Da uns das Privateigentum noch etwas wert ist, treten wir für die Interessen unterdrückter Hauseigentümer ein. Mehr Rendite mit der Miete! Wer kein Geld hat, soll nach Cottbus ziehen! Und am 2. 2. gemeinsam gegen Zombies und Chaoten in der Liebigstraße!

Friedrichshainerinnen und Friedrichshainer! Lassen wir uns das nicht bieten! Oft schon wurden Söldlinge des Kapitals aus dem Kiez geworfen! Bei unserem gerechten Kampf ist allerdings Vorsicht geboten! Ein Frontalangriff kann leicht verloren gehen, da die Berliner Polizei die Juppieschweine vor dem gerechten Zorn der Friedrichshainer Massen schützen wird. Wir rufen Euch deshalb dazu auf, euch zu tarnen und wie Fische im Wasser zwischen den Anzugträgern zu schwimmen um im richtigen Moment zuzuschlagen.

Kommt alle um 16 Uhr auf den Dorfplatz. Lauft mit und wartet auf das Signal!

Einige Zombies unter der Liebig 14

Zombies empfehlen: Auch mal den Kiez verlassen!

Eine gute Gelegenheit bietet sich am Samstag, den 26.1.. Da findet um 11 Uhr ein Kiezspaziergang in Zehlendorf statt. Hier geht es darum dem Verantwortlichen Andre Franell schon im Vorfeld zu zeigen, daß er mit der für den 14. 2. geplanten Zwangsräumung ein Problem bekommen wird.

Zwangsräumung Verhindern schreibt:

Kiezspaziergang // S-Bahnhof Zehlendorf // Sa. 26.1. // 11 Uhr

Am 14. Februar soll die Familie Gülbol aus ihrer Wohnung geräumt werden, der Vermieter Andre Franell zeigt sich bisher uneinsichtig. Nun findet am Samstag ein Kiezspaziergang in Zehlendorf statt, der am Haus von Andre Franell vorbeiführt. Wir wollen die Nachbar*innen über Andre Franell und die drohende Zwangsräumung informieren und mit Umzugkartons durch Zehlendorf laufen.

Immer mehr Menschen werden aus der Innenstadt verdrängt, immer häufiger auch gewaltsam durch Zwangsräumungen. Zwangsräumungen sind dabei das Resultat eines kapitalistisch organisierten Wohnungsmarktes und einer Politik, welche den Standort Berlin und nicht die Bedürfnisse der Menschen in den Vordergrund stellt.

Mit den Umzugskartons wollen wir Verdrängung sichtbar machen. Vielleicht lässt uns Andre Franell ja auch spontan in leere Zimmer in seiner Villa einziehen und wir können die Senatspolitik von Durchmischung und Verdichtung praktisch werden lassen.

Bringt Umzugskartons mit !

Und wenn Franell auch nach unserem Besuch nicht einlenkt: Kommt zur Blockade der Zwangsräumung am 14. Februar !

Freund_innen und Sympathisant_innen der KvU laden währenddessen dazu ein, das erste Februarwochenende in Wien zu verbringen. Wir werden sie am 2. Februar vermissen. Vor allem aber hoffen wir, daß am Jahrestag unserer Räumung eine Immobilienfirma in den Wahnsinn getrieben wird und endlich aufgibt. KvU muss bleiben!

Wir Bleiben alle!
Für den Erhalt des Berliner Kulturprojektes KvU.

2. Februar 2013 / 14 Uhr / Wien
Demonstration zum „Besitzer“ der KvU

Packt die Sachen, es geht nach Wien…

Die Kirche von Unten (KvU), eines der ältesten links-alternativen Projekte Berlins, steht mit Beginn diesen Jahres ohne Mietvertrag da und blickt einer Räumung entgegen. Die Immowert Arkonahöfe Berlin GmbH , eine Untergruppe eines äußerst undurchsichtigen Firmengeflechts von AGs, GmbHs, samt eigener Stiftung, schlug jedes Gesprächsangebot in den Wind [1]. Nach nun rund zwei Jahren Schriftverkehr, schwammigen Antworten der Hausverwaltung und der Nichtverlängerung der Mietverträge diesen Januar, reißt uns der Geduldsfaden. Wir werden darum Michael F. Simoncic, einem „Eigentümer“ der KVU, am 2. Februar einen Besuch abstatten. Dafür machen wir uns auf den Weg nach Wien.

Hier findet am Vortag, dem 1. Februar der sogenannte „Wiener Akademiker Ball“ statt. Das Spektrum der Burschenschaften, die den Ball ausrichten und besuchen fristen im Vergleich zu deutschen Burschenschaften kein Nischendasein, sondern bekleiden mehrheitlich politische und wirtschaftliche Führungspositionen in Österreich. Die komplette FPÖ-Führungsriege, sowie Vertreter*innen anderer rechter europäischer Parteien geben sich hier die Klinke in die Hand. So war im letzten Jahr beispielsweise die Vorsitzende der Front National, Marine Le Pen, gerngesehener Gast des Balls. In diesem Jahr ausgerichtet von der rechtspopulistischen Regierungspartei FPÖ, veranstaltet in der Wiener Hofburg [2] und mit bis zu 1000 Gästen, ist der Ball eine der langjährigsten und größten Veranstaltungen der rechtspopulistischen Elite in Europa. Ein guter Anlass also für ein grenzübergreifendes Vorgehen gegen Faschismus und die Durchökonomisierung aller Lebensbereiche. Gerade die Krisen- und Rechtsentwicklung in Europa macht ein gemeinsames Agieren gegen diese Missstände notwendig.

„Freiräume“ im Kapitalismus gibt’s nicht – und trotzdem sind sie notwendig!

Selbstverwaltete Räume sind Grundvoraussetzung für den Widerstand gegen die Ekelhaftigkeiten des Kapitalismus. Die FPÖ und deren ebenso patriarchaler Anhang verkörpern sehr anschaulich genau diese ideologische und seelische Hässlichkeit. Selbstverwaltete Räume sind aber auch Orte, an denen wir eine Verschnaufpause von der alltäglichen Konkurrenz-Tretmühle nehmen können. Sicher ist in unseren „Freiräumen“ nicht alles perfekt und die komplette Abstreifung aller schlechten „Ismen“ noch weit entfernt aber ein Leben und Kämpfen ohne sie wäre einfach nur beschissen. Darum ist der Erhalt der KVU und aller linken Wohn- und Kulturprojekte unabdingbar.

Kirche von Unten – 26 Jahre widerständig

Für alle die die KvU nicht kennen soll hier in Kürze die Geschichte des Ladens angerissen werden:
Zu DDR-Zeiten sammelten sich in der „Offenen Arbeit“ der evangelischen Kirche etliche Leute die in den damaligen offiziellen Jugend und Freizeitangeboten keinen Platz fanden. In Berlin und anderen Städten Deutschlands wurden kirchliche Einrichtungen zur Heimstätte von Subkultur und linker Politik, links von der DDR. Trotz Sympathie für oppositionelle Bewegungen war die Kirche stets um ein entspanntes Verhältnis zum Staat bemüht, was unter anderem zu Maßregelungen und Versetzungen einzelner Kirchenmitarbeiter*innen führte. Gegen diese Tendenz veranstalteten oppsitionelle Gruppen im Juni 1987, parallel zum offiziellen Evangelischen Kirchentag, einen Kirchentag von Unten der großen Zuspruch erhielt. Aus der dort formulierten Forderung nach Handlungsautonomie und eigenen Räumlichkeiten entstand in der Folgezeit die Kirche von Unten als fester Anlaufpunkt für Punks, Freaks, Dissidenten usw. Im Oktober des selben Jahres griffen Neonazis ein Konzert der Band Element of Crime in der Zionskirche in Prenzlauer Berg an [3], das aus dem Spektrum der Kirche von Unten organisiert wurde. Für die Organisator*innen des Konzertes, zu denen maßgeblich Silvio Meier [4] zählte, war schon davor, aber spätestens nach dem Überfall klar, dass organisierter Widerstand gegen Neonazis in Ostberlin notwendig war und ist. Als Reaktion auf die verstärkte Nazipräsenz gründete sich im Juni 1989 in der KvU die erste Ostberliner Antifa Gruppe (ab Sommer 1990 Autonome Antifa Ostberlin) [5]. Bis heute ist die Kirche von Unten ihrem Anspruch treu geblieben, sozialer Ausgrenzung und rassistischem Bullshit durch die Schaffung selbstbestimmter Kultur etwas entgegen zu setzen.

Wenn es drei mal klingelt

Die Stadt wird von den Kapitalfraktionen nicht als Lebensraum betrachtet, sondern vor allem als Ware, die es bestmöglich zu veräußern gilt. Die Umwandlung von öffentlich zugänglichem Wohn- und Gewerberaum in Privatwohnungen lässt sich in diesem Zusammenhang als Trend auf dem europäischen Immobilienmarkt beobachten. Und so soll nun, wenn es nach dem Willen der Immowert-Gesellschaft geht, die KvU nach 26 Jahren, 21 davon in der Kremmener Sraße, zu Gunsten von privatem Wohnraum weichen. Für die Berliner Stadtteile Mitte und Prenzlauer Berg würde dies das Verschwinden eines weiteren Ortes gewachsener Gegenkultur bedeuten.

Wenn Das Immowert-Firmengeflecht und Simoncic keine Lust haben sich mit uns ins Benehmen zu setzen, kommen wir einfach mal vorbei. Räumliche Distanz sollte schließlich keine Rolle spielen. Wir rufen euch deshalb dazu auf am 1. Februar mit uns in Wien zusammen gegen den FPÖ-Fascho-Ball und am 2. Februar für die Verteidigung emanzipatorischer Politik und Kultur auf die Straße zu gehen.

Dieser Appell richtet sich speziell an die Menschen in Österreich, im Süden Deutschlands und die in Berlin, die sich gegen Nazis und für selbstverwaltete Freiräume einsetzen.

- Nutz die Anreisemöglichkeiten des Ums Ganze Bündnisses, das überregional gegen den rechten Ball mobilisiert.
- Organisiert die Anreise mit PKW‘s.
- Aus Berlin fährt ein Bus. Ein zweiter ist in der Mache.
- Mobilisiert zur Demo
- unterstützt als Gruppe den Aufruf (Mail an: polit@kvu-berlin.de)

Die Stadt als Ware? Wir sagen: Nein Danke!
Nationalismus? Haut mal ab mit dem Scheiß!
Wir bleiben Alle!

Allerneuste Infos bei der KvU und bei Wir Bleiben Alle.

Zombies aller Länder! Heraus zum 2. Februar!

Zweiter Februar 2011: 2500 Bullen räumen ein kleines Hausprojekt und haben sichtlich Mühe, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Es scheppert, raucht und wird ganz schön teuer. In ganz Deutschland und weit darüber hinaus gibt es Soliaktionen, Friedrichshain hat keine intakten Bankautomaten mehr und der politische Schaden für den Senat ist auch nicht zu verachten.


Fast zwei Jahre sind seit der denkwürdigen Räumung unseres Hauses ins Land gegangen. Seitdem ist einiges passiert. Die Mieten steigen weiter ungeahnte Höhen. Immer noch werden Mieter_innen und linke (Haus)projekte gekündigt, raussaniert und aus der Innenstadt verdrängt. Von der offiziellen Politik ist keine Hilfe zu erwarten. Bestenfalls gibt es Trostpflaster und Placebos.
Erfreulich ist, daß immer mehr Leute die Konsequenz ziehen, sich selbst zu organisieren und zu wehren. Die entstandenen Mieter_innen- und Stadtteilinitiativen sind mittlerweile so zahlreich, daß es schwerfällt, den Überblick zu wahren. Linke Hausprojekte und ihre Kämpfe sind ein Bestandteil einer breiteren Bewegung. Letztes Jahr wurde zwei mal die „Berliner Linie“ durchbrochen: Von Rentner_innen und Refugees. Wir freuen uns darüber und hoffen auf mehr!

Wir bleiben Untot!

Wir denken, daß es auch zwei Jahre später wichtig bleibt, Investoren und Politikern zu zeigen, daß ihre Probleme mit einer Räumung noch längst nicht vorbei ist. Wir möchten Euch deshalb einladen, den 2. 2. 2013 (zwischen 12:00 und 16:00) mit uns zusammen vor der Liebigstr. 14 zu verbringen. Versüßen werden wir uns die Zeit mit Livemusik, warmen Getränken, Vokü, echten Zombies (wütend und sehr gefährlich!) und brandneuen Infos zu aktuellen Bewegungen.

Weiter gehts…

Eine Nostalgieveranstaltung würde uns langweilen. Wir wollen deshalb auch keine machen. Wir möchten am 2. 2. vor allem unterstützen, was heute dringend ist. Solidarische Grüße an den Rummelplatz, die KvU, die Köpi, die Linienstr. 206 und die Rigaer 94 und alle anderen bedrohten (Haus)Projekte. Besonders dringend ist aber die am 14. 2. drohende Zwangsräumung in Kreuzberg, die schon zwei mal verhindert werden konnte. Auf ein Neues!
http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.de/
Einige Zombies unter der L14