Archiv der Kategorie 'Indymedia-Artikel'

Demo: Kein Gerede nur die Tat! Liebig 14 verteidigen!


plakat

Das Hausprojekt Liebig 14 ist immer noch räumungsbedroht, seit im November letzten Jahres nach langen Gerichtsverhandlungen die letzten Verträge verloren wurden. Ab Januar 2010 wurde versucht über mehrere Runde Tische mit Bezirkspolitiker_innen sowie Vertreter_innen diverser Vereine aus dem Kiez eine langfristige Sicherung des Projektes zu erwirken. Bis heute blieben die Gespräche jedoch ohne konkrete Resultate, was aus unserer Sicht nur am Mangel des politischen Willen liegen kann. Statt ihre Kontakte zum Senat oder anderen „Entscheidungträger_innen“ zu nutzen, argumentieren sie mit Handlungsunfähigkeit, was wir nach der Vielzahl von Terminen als bloße Hinhaltetaktik empfinden, denn keine Entscheidung ist auch ein Entschluss. Eine Sicherung der Liebig 14 auf diesem Weg scheint uns deshalb zunehmend unrealistisch, weshalb wir eine Weiterführung der Verhandlungen wie bisher nicht in Betracht ziehen.
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Indymedia: Liebig14-Eigentümerin erneut ohne Anwalt

Kurz vor dem letzten Prozess um Einzelmietverträge des Friedrichshainer Wohn- und Kulturprojekts Liebigstr. 14 steht die Eigentümer-Gesellschaft Lila GbR offenbar ohne Anwalt da. Gestern wurde bekannt, dass Michael Haase der Kanzlei Kunze & Partner sein Mandat niedergelegt hat. Damit hat es Lila-Gesellschafter Suitbert Beulker geschafft, innerhalb von nur vier Monaten drei Anwälte zu verlieren.

Am Freitag findet vor dem Berliner Landgericht der letzte von insgesamt neun Berufungsprozessen um gekündigte Einzelmietverträge der Liebigstr. 14 statt. Alle bisherigen Prozesse vor dem Amts- wie auch vor dem Landgericht endeten im Sinne der Lila GbR. Es ist davon auszugehen, dass auch das letzte Urteil der geplanten Entmietung des 20 Jahre alten Projekts nicht im Wege stehen dürfte.

Eine anwaltliche Vertretung ist bei der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht jedoch obligatorisch. Soll heißen, ohne Anwalt oder Anwältin verliert die Lila GbR aus formalen Gründen den Prozess.

Nachdem bereits im August der langjährige Lila-Anwalt Detlef Maas ohne Angabe von Gründen sein Mandat niederlegte, gab dessen Nachfolger Michael Haase nun bekannt, nicht mehr für die Lila zu arbeiten. Zusammen mit dem im Oktober bekannt gewordenen Verzicht der Anwaltskanzlei Dorn, die sich für Beulker um die Entmietung des benachbarten Hausprojekts Rigaer Str. 94 kümmern wollte, verliert dieser nun den dritten Anwalt innerhalb von nur vier Monaten.

Haase, der noch vor zwei Wochen von einigen L14-Unterstützer_innen besucht wurde, beklagte sich über in seinem Namen gemachte Bestellungen im Internet sowie einen Nachsendeantrag, der den Verlust von Kanzleipost verursacht habe. Ob dies auch zu seiner Entscheidung geführt habe oder ob andere Gründe vorlagen, ließ er offen.

Wir dürfen gespannt sein, welcher gewissenloser Advokat sich am Freitag der Öffentlichkeit präsentiert.

Indymedia: Liebig14-Urteil und Aktionstag

Liebig14 verliert Räumungsprozesse +++ acht von neun Mietverträgen sind nun rechtskräftig verloren +++ letzter Prozess am 13. November +++ Aktionen in mehreren Städten

Wie erwartet kassierten die Liebig14-Bewohner_innen gestern eine weitere Niederlage vor dem Berliner Landgericht. Nachdem einer der beiden Eigentümer, der Unnaer Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Edwin Thöne, eine vom Gericht geforderte, neuerliche Vollmacht vorgelegt hatte, entschied Richterin Paschke im Sinne der Vermieter. Vier weitere Einzelmietverträge des Wohn- und Kulturprojekt sind nun unanfechtbar verloren. Übrig bleibt nur ein einziger, über dessen Kündigung am Freitag, den 13.(!) November verhandelt wird. Ab diesem Zeitpunkt hat die Eigentümer-Gesellschaft Lila GbR (http://liebig14.blogsport.de/lila-gbr/) dann alle nötigen Rechtsmittel in der Hand, um das fast 20 Jahre alte Hausprojekt am Friedrichshainer Dorfplatz zu räumen.

Aus diesem Grund und um die unrühmliche Rolle des Kinderschutzbundes in dieser Angelegenheit zu problematisieren, rief die Hausgemeinschaft zu einem bundesweiten „Liebig14-Kinderschutzbund-Aktionstag“ auf. In mehreren Städten protestierten Menschen vor den jeweiligen Büros des Kinderschutzbundes oder an öffentlichen Plätzen gegen die drohende Räumung der Liebigstr. 14.

In den vergangenen Tagen war beim Kinderschutzbund regelrechte Panik ausgebrochen. So wurde am Mittwoch die Internetseite vom Netz genommen. Am Aktionstag selbst blieb das Büro des Bundesverbandes geschlossen. Dies teilte Bundesgeschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth den Bewohner_innen der Liebigstr. 14 bereits am Vortag telefonisch mit – offenbar befürchtete sie eine erneute Besetzung. (Artikel zur Besetzung am 3.09.)

Diesmal suchten die Aktivist_innen aber den direkten Kontakt zur interessierten Öffentlichkeit. Bundesweit wurden mehrere Tausend Flugblätter verteilt. (Flugblatt zum Herunterladen) Die Aktivist_innen machten mit Transparenten und Schildern, per Megaphon und Straßentheater sowie durch Sprühschblonen und Tags (Grüße nach Freiburg!) auf sich aufmerksam.

Einige Fotos findet ihr hier.

Kinderschutzbund Unna kriminalisiert Liebig14

Erstmals veröffentlichte der Unnaer Kinderschutzbund eine Stellungnahme zur geplanten Räumung des Berlin-Friedrichshainer Wohn- und Kulturprojekts Liebigstr. 14 durch seinen Geschäftsführer Edwin Thöne. Dabei schlägt er sich auf die Seite der Eigentümer-Gesellschaft Lila GbR, der neben Thöne auch Suitbert Beulker angehört. Zur entwürdigenden Entmietungspraxis der Lila GbR, von der neben der Liebigstr. 14 auch die Eckkneipe „Zimt & Zunder“ (Rigaer Str. 96) betroffen ist, schweigt sich der Kinderschutzbund aus. Dagegen wirft er den Bewohner_innen „kriminelle Methoden“ vor.

Bereits am vergangenen Donnerstag beklagte sich der Kinderschutzbund – in Person von Bundesgeschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth – bei den Bewohner_innen der Liebigstr. 14 über deren „aggressiven Pressearbeit“. Jetzt schreibt der Unnaer Kreisverband, es würde „ein enormer Druck auf unseren Mitarbeiter Herrn Thöne als auch auf uns als Verband mit unlauteren und zum Teil kriminellen Methoden ausgeübt.“

Dass jener Herr Thöne es fertig bringt, eine ganze Hausgemeinschaft auf die Straße zu setzen, erwähnt das Papier nicht. Der Kinderschutzbund stellt lediglich fest, „dass unser Mitarbeiter Edwin Thöne als Privatperson, Mitgesellschafter der Lila GbR ist.“ Dass er in dieser Funktion im Januar 2007 seinem Partner Suitbert Beulker eine Vollmacht ausstellte, mit der dieser die Räumungsprozesse gegen das exbesetzte Haus überhaupt erst führen kann, erwähnt der Kinderschutzbund nicht. Auch nicht, dass Thöne diese Vollmacht jederzeit widerrufen könnte. Dadurch würden die Prozesse gestoppt und die Räumung wäre vorerst verhindert. Laut der Erklärung ist dies „aber Herrn Thönes Privatangelegenheit und berührt in keiner Weise seinen Aufgabenbereich als Mitarbeiter des Kinderschutzbundes.“

Wenn ein Mitarbeiter des Kindeschutzbundes „als Privatperson“ 28 Menschen mitsamt dreier Kleinkinder aus Profitinteressen ihr Zuhause nimmt, ist dies also eine „Privatangelegenheit“.

Der Kinderschutzbund macht sich als gemeinnützige Organisation, die vorgibt, sich für das Kindeswohl einzusetzen, in höchstem Maße unglaubwürdig, wenn er sich hinter einen Immobilienspekulanten stellt und sein rücksichtsloses Handeln auch noch versucht zu decken. Wenn er zudem noch die Diffamierungsstrategie der Lila GbR übernimmt, in dem er den Bewohner_innen „kriminelle Methoden“ nachsagt, macht er sich zum Helfer einer menschen- und kinderfeindlichen Entmietungspraxis.

Der Bundesverband, der sich am vergangenen Donnerstag – mit Verweis auf die „föderalen Strukturen“ des Kinderschutzbundes – versuchte, der Verantwortung zu entziehen, untersagte in einem internen Schreiben allen Orts-, Kreis- und Landesverbänden, sich zur Angelegenheit zu äußern. Der Bundesverband werde sich der Sache weiter annehmen. Ja, was denn nun, Frau Honkanen-Schoberth?

Inzwischen haben auch einige Medien das Thema aufgegriffen. So berichteten die Tageszeitung „Neues Deutschland“, die „junge Welt“ und der Berliner „Tagesspiegel“ über das Räumungsvorhaben der Lila GbR. Anders der Unnaer Regionalteil der Westfälischen Rundschau. In der Manier eines Hofberichterstatters erläutert Redakteur Jens Schopp, wie viel der arme Edwin Thöne erleiden muss. Es werde „von Seiten der Mieter ein enormer Druck“ auf ihn aufgebaut. Dabei habe er immer wieder versucht im Streit zwischen den Bewohner_innen und Beulker zu vermitteln.

Sein letztes „Vermittlungsangebot“ machte Thöne („Ich bin kein Immobilienspekulant!“) am vergangenen Freitag. Wenn die Bewohner_innen die Räumung wirklich verhindern wollten, erklärte er, könnten sie doch „einfach ausziehen“.

Indymedia: Räumung durch Kinderschutzbund verhinderbar?!

[Berlin-Liebig14] Zwei Wochen vor den nächsten vier Räumungsprozessen um Einzelmietverträge des Friedrichshainer Wohn- und Kulturprojekts Liebig14, liegt es in Händen des Geschäftsführers des Kinderschutzbundes Unna e.V., dem traurigen Justiz-Schauspiel ein Ende zu setzen.

Edwin Thöne kann quasi im Handstreich dafür sorgen, die kommenden Prozesse vor dem Berliner Landgericht zu stoppen und die Räumung der Liebig14 verhindern. Der bisher passiv auftretende Mitgesellschafter der Liebig14-Eigentümerin „Lila GbR“ bevollmächtigte seinen Partner Suitbert Beulker im Januar 2007 die Räumungsklagen sowie alle anderen Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Liebig14 und der angrenzenden Rigaer Str. 96 alleine zu führen.

Daraus folgten die Kündigung aller neun Einzelmietverträge der Liebig14 und, erst kürzlich, des Gewerbemietvertrags der Eckkneipe „Zimt & Zunder“ (Rigaer Str. 96). Auch in den anschließenden Räumungsklagen zeigte sich Beulker trotz mehrfachen Vermittlungsangeboten unbeirrt. Mit aller Macht versucht er, die Bewohner_innen auf die Straße zu setzen.

Inzwischen hat sogar der für die Räumung der Liebig14 zuständige Anwalt der Lila GbR, Detlef Maas, das Handtuch geworfen. Nachdem er im Juni noch vier Berufungsprozesse gewinnen konnte, legte er – ohne weitere Begründung – sein Mandat für die verbliebenen fünf Prozesse nieder. Damit steht Beulker vorerst ohne Anwalt da, was in einem Landgerichtsprozess dazu führt, dass er aus formalen Gründen verliert.

Es ist aber davon auszugehen, dass Beulker am 8. September einen anderen Prozessbevollmächtigten präsentiert. Zum Beispiel die Anwaltskanzlei Dorn, die – ebenfalls im Auftrag Beulkers – versucht, unsere Nachbarn von der Rigaer94 auf die Straße zu setzen.

Die Lila GbR (als Eigentümerin der Liebig14) darf er allerdings nur mit der Zustimmung beider Gesellschafter vertreten. Widerruft E. Thöne seine Vollmacht, kommt es zwangsläufig zu einem Säumnisurteil in unserem Sinne und die Räumung wäre (vorerst) verhindert.

Darum bitten wir alle, die mit E. Thöne, dem Kinderschutzbund oder Journalist_innen in Verbindung stehen: Sprecht die Leute an! Macht diesen Skandal öffentlich!

Wir fordern von Edwin Thöne, als einem Repräsentanten einer gemeinnützigen Organisation, die sich dem Wohl des Kindes verpflichtet fühlt, umgehend seine Vollmacht zu widerrufen und dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer polizeilichen Räumung kommt. Und dies nicht zuletzt deshalb, weil auch drei Säuglinge im Haus wohnen.

Um der Forderung nach einer politischen Lösung Nachdruck zu verleihen, rufen wir für Dienstag, den 8. September, dem Tag der nächsten Prozesse, zu einer Kiezdemo auf. Sie startet um 18.00 Uhr am Bersarinplatz.
Auch zum Prozesstermin sind alle eingeladen. Von Seiten der Justiz wurde einiges getan, um eine öffentliche Verhandlung zu behindern. So erreichte uns eine umfangreiche „Sicherheitsverfügung“, die es letztlich nur erlaubt einen Stift und ein Blatt Papier mit in den Gerichtssaal zu bringen. Ausweiskontrollen und Uniformierte draußen wie drinnen inklusive. Wir lassen uns dadurch nicht abschrecken! Kommt zahlreich und seid pünktlich! Wir treffen uns um 9.30 Uhr vor dem Landgericht (Littenstr. 2-11). Die Verhandlung beginnt um 10.00 Uhr im Saal 3123.

Liebig14 forever! Wir bleiben alle!

Indymedia: Räumung durch Kinderschutzbund Unna

Wir bezweifeln die Glaubwürdigkeit und die Gemeinnützigkeit eines Kinderschutzbundes, wenn sein Unnaer Repräsentant Edwin Thöne noch nicht einmal Mindeststandards einhält und ein ganzes Wohnhaus auf die Straße setzt.

Profitstreben auf Kosten der Bewohner !

Das alternative Hausprojekt Liebigstraße 14 in Berlin Friedrichshain ist aktuell von der Räumung bedroht.
Die Lila GbR kaufte das Haus Liebigstraße 14 1999 und will nun die Hausbewohner_innen auf die Straße setzen. Die beiden aktiven Lila-Gesellschafter sind Edwin Thöne und Suitbert Beulker. Weitere Objekte
sind die angrenzende Rigaerstraße 96, 95 und 941.Edwin Thöne ist Vorsitzender des Kinderschutzbundes Unna e.V., der laut Präambel seines Vereins als soziale Lobby für Kinder fungieren will. Als Akteur im Berliner Immobilienmarkt hingegen setzt er andere Akzente. Ende letzten Jahres wurde er in Kenntnis gesetzt, dass in seinem vermieteten Wohnhaus in Berlin mehrere Kleinkinder wohnen. Daraufhin erbat er sich Bedenkzeit, verfolgte aber während dessen sämtliche Räumungsklagen weiter. Ein Angebot der Bewohner_innen, das Haus von der Stiftung Edith Maryon abkaufen zu lassen, wurde ignoriert.

Die Kündigung

Dies ist ein klassischer Fall von Spekulation! Da ein leeres Haus gegenüber einem bewohnten Haus beim Verkauf einen höheren Gewinn abwirft, liegt es im Interesse, die Immobilie schnellst möglich zu entmieten,
um sie dann als luxussanierte Eigentumswohnungen teuer wieder zu verkaufen.
So wurde erst versucht die Rigaerstraße 94 und danach die angrenzende Liebigstraße 14 zu entmieten.
Im Fall der Liebigstraße 14 wurde der Wunsch einer Umsetzung der mietvertraglich festgelegten “Nachmieterbestimmungsklausel“ mit der Kündigung aller Mieter_innen beantwortet. Diese wurden in jedem Schreiben der Hausverwaltung wiederholt, wahlweise fristlos oder fristgerecht. Die Begründungen waren äußerst zahlreich und reichten von dem Heraushängen politischer Transparente bis zur politischen Gesinnung der Mieter_innen. Als hauptsächlicher Kündigungsgrund des Amtsgericht musste eine seit 1990 bestehende Zwischentür im Treppenhaus herhalten. Tatsächlich sollte die Tür das Haus gegen Angriffe rechter Hooligans schützen und das kollektive Zusammenleben ermöglichen. Bei 4 von 9 Mietverträgen wurde dieses Urteil bereits in zweiter Instanz vom Landgericht bestätigt. Die anderen Prozesse werden dort bis zum Ende des Jahres verhandelt.

Die Lila GbR als Hauseigentümerin

Nachdem die Hauseigentümerseite mit ihrem Konzept einer schnellen Entmietung nicht voran kam, setzte sie auch auf unkonventionelle Methoden. So wurde den Bewohner_innen der Rigaerstraße 94 im September 2007 von der Hausverwaltung Oliver Rohr als Bedingung zum Kauf ihres Hauses die Räumung der Liebigstraße 14 genannt.

Den Bewohner_innen der Liebigstraße 14 ließ die Eigentümerin bereits 2007 die Schlösser der Haus-, Zwischen- und Hoftür ausbauen, wodurch zwischenzeitlich das gesamte Haus nicht mehr abschließbar war. Solche Praktiken haben schon in der Vergangenheit einen Gesellschafter in Verruf gebracht.
Bereits 2003 wandte sich die ehemalige Sekretärin des Vermieters und bezichtigte ihren damaligen Arbeitgeber u.a. des Vorhabens einer “feurigen Entmietung“ durch Anschluss des Wohnhauses an den Baustellen-Starkstrom.

Der Inhalt der gescheiterten Unterlassungsklage des Gesellschafters gegen seine Sekretärin
gibt einen guten Einblick in die Vermietungspraxis der Lila GbR und ist im Internet nachlesbar.

Gerichtlich mussten Teile der Lila GbR schon mehrere Niederlagen hinnehmen – gelang mal eine Räumung, legte ein Gesellschafter der Lila GbR auch schon persönlich Hand an und zerstörte schreiend mit einer Axt Öfen und anderes Inventar.
Zur Spitze des Eisberges der Schikanen zählt ein 2003 vom Vermieter engagierter Wachschutz, der im Hausflur der Rigaerstraße einquartiert wurde. Er ließ weder Freund_innen der Mieter_innen, einige der Mieter_in noch den Postboten ins Haus.
Aufgrund nicht bezahlter Anwaltsschulden in Höhe von 3500 Euro der Hauseigentümerin wurde das Haus Liebigstraße 14 und die Rigaerstraße 96 im November 2008 zweiwöchentlich zwangsverwaltet. Nach Aufhebung der Zwangsverwaltung setzten die Schikanen wieder ein.

Der Kinderschutzbund sitzt mit im Boot

Soziale Arbeit ist mit sozialer Vertreibung und Wohnraumspekulation unvereinbar. Deshalb werden wir dies in Zukunft einer breiten Öffentlichkeit kommunizieren. Wir bezweifeln die Glaubwürdigkeit und die Gemeinnützigkeit eines Kinderschutzbundes, wenn sein Unnaer Repräsentant Edwin Thöne noch nicht einmal Mindeststandards einhält und ein ganzes Wohnhaus auf die Straße setzt. Da besteht der Verdacht einer privaten Bereicherung. Spätestens zur angestrebten Räumung könnte dadurch auch der Kinderschutzbund im Gesamten in ein schlechtes Licht gerückt werden. Ebenso wie Edwin Thöne als einer der beiden Gesellschafter der Lila GbR mit seinem privaten Eigentum im Falle eines Bankrotts haftet, steht er in der vollen Verantwortung für das gesamte Wirken der Lila GbR. Weder durch das Verlassen der Gesellschaft noch durch das Verstecken hinter seinem Freund und Mitgesellschafter Suitbert Beulker kann er sich seiner Verantwortung entziehen. Dies würde ihn nicht nur als Familientherapeut unglaubwürdig erscheinen lassen!

Schluss mit den Schikanen – für eine einvernehmliche Lösung am Verhandlungstisch!

Transpi-Aktion bei Beulker-Anwalt

Letzte Woche erhielt Beulker-Anwalt Detlef Maas Besuch von einigen Sympathisant_innen des räumungsbedrohten Hausprojekts Liebig14. Ein Transparent wurde entrollt und die Tür mit einem Plakat sowie mehreren Flugblättern beklebt.

Detlef Maas betreibt als Anwalt der Lila GbR, bestehend aus den Gesellschaftern Edwin Thöne (Mitarbeiter des Kinderschutzbunds in Unna/ NRW) und Suitbert Beulker (Vollzeit-Miethai), zur Zeit die Räumung des Hausprojekts Liebig14 sowie der Musikkneipe „Zimt & Zunder“ (Rigaer Str. 96). Dadurch macht er sich zum Handlanger der kapitalistischen Stadtumstruktierung und zum direkten Profiteur derselben.
Dafür möge ihm Hass und Verachtung zuteil werden.

Seine Besucher_innen sahen das wohl ähnlich und machten einige seiner Mandant_innen und Nachbar_innen auf seine spezielle Tätigkeit aufmerksam.

Liebig 14 – keine Räumung unter dieser Nummer!!

Berlin 2009 – ein weiteres Hausprojekt steht vor dem Abgrund

Den Vermietern der Liebig14 ist es gelungen, die Mietverträge zu kündigen, was gerichtlich bei allen neun Wohnungen in der ersten Instanz, bei vieren davon nun auch schon in der zweiten Instanz bestätigt wurde. Damit sieht es so aus, als ob die Vermieter am Ziel ihrer Wünsche angekommen sind, und die Räumung nur noch eine Frage der Zeit ist.
Für das seit 19 Jahren bestehende Hausprojekt sieht es düster aus.

Wer sind wir?

27 Menschen zwischen 9 Monaten und 40 Jahren, von echten Ickes bis Menschen aus Peru oder dem Sudan, die sich alle dafür entschieden haben kollektiv, mit offenen Türen zusammen zu wohnen. Die Entscheidungsfindung wird möglichst im Konsens geschlossen, so dass jede_r ein Mitspracherecht hat, unabhängig vom Status. Über das reine Zusammen- wohnen hinaus organisieren wir auch kulturelle Veranstaltungen und versuchen in die (Stadt)politik einzugreifen – z.B. über unsere Beteiligung an der „Wir Bleiben Alle“ – Kampagne gegen die Verdrängung bezahlbaren Wohnraumes und linker Freiräume aus der Innenstadt.

Die Liebig 14 und ihre Geschichte

Die Liebig14 wurde 1990 besetzt und 1992 durch Einzelmietverträge mit der WBF legalisiert. Der heutige Konflikt war damals schon vorprogrammiert, weil die WBF unsere gemeinschaftliche Wohnform, die mit der Besetzung entstanden war, nicht anerkannte. So gab es zwar Einzelmietverträge für jede Wohnung, aber keine Rahmenmietverträge, die der Realität entsprochen hätten und von Seiten der Besetzer_innen immer wieder gefordert wurden. Versuche der Bewohner_innen, das Haus mittels einer Genossenschaft zu kaufen und damit dem profitorientierten Wohnungsmarkt zu entziehen, scheiterten. Stattdessen wurde die Liebigstr. 14 im Jahr1999 an die LiLa GbR mit den Gesellschaftern Suitbert Beulker und Edwin Thöne verkauft. Versuchten die neuen Eigentümer anfangs noch, sich mit den Bewohner_innen, die zum Zeitpunkt des Kaufes ja schon da waren, zu arrangieren, kam es recht schnell zu ersten Konflikten, da die LiLa GbR schon bald versuchte, lediglich ihre Interessen durchzusetzen. Das wäre u.a. Modernisierung gewesen und in der Folge höhere Mieten, die wir nicht hätten bezahlen können. Doch ein Hausprojekt, in welchem die Mieter_innen eine gemeinsame Linie verfolgen, ist in dieser Hinsicht schwerer zu knacken, als einzelne, auf sich gestellte Mieter_innen. So griffen die Eigentümer bald auch die gemeinschaftliche Wohnform an, ließen Gemeinschaftsräume im Erdgeschoß räumen und bauten 2007 eine Zwischentür im Treppenhaus ab und zerstörten alle Türschlösser. Der Wiedereinbau dieser Tür und der Schlösser, welche für unsere Wohnform nicht ohne Bedeutung sind, lieferte schließlich die Begründung für die fristlose Kündigung aller Wohnungen.

Die Vermieter

Als Suitbert Beulker (bei uns in Gestalt der Lila GbR) die Rigaer Str. 94, 95, 96 und die Liebigstr. 14 kaufte, versuchte er sich zunächst als umgänglicher Vermieter, als ein „guter König“ zu präsentieren. Aber wie das so ist mit „guten Königen“ – sie werden schnell zu Tyrannen, wenn die Untertanen ihre Gnade nicht zu schätzen wissen und sich gegen einige der Wohltaten wie eine Sanierung, die die Miete stark erhöht hätte, zu wehren beginnen.
Dies passierte recht schnell in der Rigaer 94, deren Bewohner_innen sogleich mit vielfältigen Schikanen und fristlosen Kündigungen überzogen wurden, welche in den meisten Fällen vor Gericht keinen Bestand hatten. Allerdings verlor die dortige Hausgemeinschaft auch einige Prozesse, was in einer groß angelegten Räumung mit hunderten Polizisten mündete.
Beulker arbeitete allerdings nicht nur mit legalen Mitteln. Er war sich auch nicht zu schade, Schlägertrupps zu entsenden und – laut den Aussagen seiner damaligen Sekretärin – anzuordnen, den Hausstrom an den Starkstrom anzuschließen. Beulker installierte nach der Räumung einen Wachschutz, der nur die Mietvertragsinhaber_innen ins Haus ließ. Dummerweise zahlte Beulker dem Wachschutz kein Gehalt, genau wie den Bauarbeitern und der Sekretärin, welche sich anschließend mit einem Stapel Akten in der Hand gegen ihren ehemaligen Chef stellte. Nachdem die Sekretärin sich mit Details der Firmenvorgehensweise an die Presse wandte, versuchte Herr Beulker sie per Unterlassungsklage mundtot zu machen. Dies scheiterte vor Gericht und ist unter http://tinyurl.com/n7b2wv nachzulesen. Im Laufe des Konfliktes wurde es für Beulker regelrecht zur Obsession, die Projekte, die ja schon lange bevor er die Häuser kaufte, bestanden, herauszuschmeißen, weshalb jegliche Verhandlungsversuche scheitern mussten. Es gab sowohl zur Rigaer 94 wie auch zur Liebig 14 diverse runde Tische unter Vermittlung der Asum, der Bezirkspolitik und anderer. All dies scheiterte an Beulkers Verhandlungsresistenz.. Auch unser Versuch, über eine Stiftung das Haus zu kaufen, kam wegen der nicht ernst zu nehmenden Kaufangebote von Beulker über das Planungsstadium nicht hinaus. Vom letzten Prozess gegen uns stammt das schöne Zitat: „Mit so Leuten, die nach Heiligendamm fahren, will ich nix zu tun haben“.

Weniger schillernd als sein Compagnon kommt der andere Gesellschafter der LILA GbR, Edwin Thöne, daher. Er ist Teilhaber und im wirklichen Leben Vorsitzender des Kinderschutzbundes im Nordrhein-Westfälischen Unna. Wie er sein soziales Engagement mit der geplanten Räumung von u.a. zwei Kleinkindern zusammenbringt, bleibt sein Geheimnis. Und auch seine unglaubwürdige Behauptung, von nichts zu wissen, entbindet ihn nicht aus der Verantwortung.

Blick übern Tellerrand

Was uns passiert ist – von der speziellen persönlichen Note Beulkers abgesehen – kein Einzelfall. Die Verdrängung von Mieter_innen oder Hausgemeinschaften aus bezahlbarem Wohnraum passierte und passiert weiterhin in tausenden Mietshäusern, nicht nur in (Ost)berlin. Verbunden damit steigt der Anteil am Einkommen, der für die Miete aufgebracht werden muss, ständig an – eine Sache, die vor allem kleine Einkommen am härtesten trifft. Grade in den innerstädtischen Bezirken wie Prenzlauer Berg, Mitte, Kreuzberg, Nordneukölln und Friedrichshain wird es immer schwerer, bezahlbare Wohnungen zu finden.
Der Grund für all die Probleme, mit denen sich Mieter_innen tagtäglich auseinandersetzen müssen, liegt letztlich nicht darin, dass ein einzelner Vermieter besonders böse ist. Das kann verschlimmernd hinzukommen. Das Hauptproblem ist jedoch die kapitalistische Organisation des Wohnungsmarktes, welche nicht auf die Bedürfnisse der Bewohner_innen, sondern auf den Profit der Eigentümer ausgerichtet ist. Kombiniert mit einer Politik und einer Gesetzgebung sowie Rechtssprechung, die sich immer stärker am Vermieterinteresse orientieren, wirkt sich das besonders fatal aus.
Doch es gibt auch Gegenwind. Seit Anfang 90er gab es viele Bewegungen, vor allem auch in Ostberlin, die sich gegen das Recht der Vermieter_innen zum uneingeschränkten Profit gestellt haben. Z.B. die damalige „Wir Bleiben Alle“ – Bewegung Anfang der 90er in Ost-Berlin, aber auch die Besetzer_innenbewegung. Die meiste Kontinuität hat allerdings die Berliner Mieter_innen Gemeinschaft, die seit vielen Jahren kontinuierlich für Mieter_innenrechte eintritt.

Auf die Barrikaden!

Wir wissen, dass unsere drohende Räumung nur ein kleiner Teil eines Ganzen ist. Wir wissen, dass das, was uns droht nur ein Stückchen kapitalistische Normalität ist. Aber wir wissen auch, dass es wichtig ist, uns grade da wo wir leben gegen diese kapitalistische Normalität zu stellen. Wir hoffen, damit nicht allein zu sein, sondern Teil einer entstehenden breiteren Bewegung gegen die Zumutungen, die der kapitalistische Wohnungsmarkt für uns und andere bereithält. Und wir hoffen darauf, dass gegenseitige Hilfe und Solidarität letztlich stärker sein werden als Profitinteressen.

In diesem Sinne:

Liebig 14 forever!
Solidarität mit allen Mieter_innen, die sich wehren und den anderen bedrohten Hausprojekten!
WIR BLEIBEN ALLE!

Freund_innen der Liebig 14