Archiv der Kategorie 'Thöne / Kinderschutzbund'

Kundgebung am 15.1.

Am Freitag, dem 15.1.2010 wollten wir im Rahmen einer Kundgebung vor der Bundesgeschäftsstelle des Kinderschutzbundes an dessen Geschäftsführerin Paula Honkanen Schoberth einen offenen Brief Berliner Politiker_innen an die Eigentümer der Liebigstr. 14 übergeben. Diese hatte sich nämlich in der Vergangenheit dazu angeboten, zwischen den Bewohner_innen des Haus- und Kulturprojekts und den Eigentümern Suitbert Beulker und Edwin Thöne – seines Zeichens Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Unna e.V. – zu vermitteln. Diesem Angebot zum Trotz, blieb die Geschäftsstelle in der Schöneberger Str. 15 an diesem Freitag geschlossen, die Polizei klärte darüber auf, dass dies gerade wegen der angekündigten Kundgebung so sei. (mehr…)

Herr Thöne vom Kinderschutzbund als Vermieter

Profitstreben und soziale Verdrängung!

Das selbstverwaltete Kultur- und Wohnprojekt Liebigstraße 14 in Berlin Friedrichshain ist aktuell von der Räumung bedroht.
Die Lila GbR kaufte das Eckhaus Liebigstraße 14 / Rigaerstraße 96 im Jahr 1999 und will nun die Hausbewohner_innen der Liebig14 auf die Straße setzen. Der finanzstärkere Lila-Gesellschafter ist Edwin Thöne. Dem Berliner Verwalter und Mitgesellschafter Suitbert Beulker gehören auch die benachbarten Häuser Rigaerstraße 94 und 95. (mehr…)

Indymedia: Liebig14-Urteil und Aktionstag

Liebig14 verliert Räumungsprozesse +++ acht von neun Mietverträgen sind nun rechtskräftig verloren +++ letzter Prozess am 13. November +++ Aktionen in mehreren Städten

Wie erwartet kassierten die Liebig14-Bewohner_innen gestern eine weitere Niederlage vor dem Berliner Landgericht. Nachdem einer der beiden Eigentümer, der Unnaer Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Edwin Thöne, eine vom Gericht geforderte, neuerliche Vollmacht vorgelegt hatte, entschied Richterin Paschke im Sinne der Vermieter. Vier weitere Einzelmietverträge des Wohn- und Kulturprojekt sind nun unanfechtbar verloren. Übrig bleibt nur ein einziger, über dessen Kündigung am Freitag, den 13.(!) November verhandelt wird. Ab diesem Zeitpunkt hat die Eigentümer-Gesellschaft Lila GbR (http://liebig14.blogsport.de/lila-gbr/) dann alle nötigen Rechtsmittel in der Hand, um das fast 20 Jahre alte Hausprojekt am Friedrichshainer Dorfplatz zu räumen.

Aus diesem Grund und um die unrühmliche Rolle des Kinderschutzbundes in dieser Angelegenheit zu problematisieren, rief die Hausgemeinschaft zu einem bundesweiten „Liebig14-Kinderschutzbund-Aktionstag“ auf. In mehreren Städten protestierten Menschen vor den jeweiligen Büros des Kinderschutzbundes oder an öffentlichen Plätzen gegen die drohende Räumung der Liebigstr. 14.

In den vergangenen Tagen war beim Kinderschutzbund regelrechte Panik ausgebrochen. So wurde am Mittwoch die Internetseite vom Netz genommen. Am Aktionstag selbst blieb das Büro des Bundesverbandes geschlossen. Dies teilte Bundesgeschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth den Bewohner_innen der Liebigstr. 14 bereits am Vortag telefonisch mit – offenbar befürchtete sie eine erneute Besetzung. (Artikel zur Besetzung am 3.09.)

Diesmal suchten die Aktivist_innen aber den direkten Kontakt zur interessierten Öffentlichkeit. Bundesweit wurden mehrere Tausend Flugblätter verteilt. (Flugblatt zum Herunterladen) Die Aktivist_innen machten mit Transparenten und Schildern, per Megaphon und Straßentheater sowie durch Sprühschblonen und Tags (Grüße nach Freiburg!) auf sich aufmerksam.

Einige Fotos findet ihr hier.

Heute: Liebig14-Kinderschutzbund-Aktionstag!

Heute findet der Liebig14-Kinderschutzbund-Aktionstag statt, mit dem wir gegen unsere drohende Räumung protestieren wollen. Bitte teilt uns mit, wenn Ihr von gelaufenen Aktionen wisst und darüber berichten könnt. Schreibt uns dazu einfach eine Email: l14(at)riseup.net (GnuPG-Schlüssel). Wir werden dann im Laufe des Tages hier auf dem Blog über uns bekannt gewordene Aktionen informieren.

Aktionstag Berlin01

Unter der neuen Rubrik „Solidarisieren!“ wollen wir Euch aufzeigen, wie Ihr uns unterstützen könnt (falls Euch selbst die Ideen dazu fehlen). Wir werden diese Rubrik stetig aktualisieren. Selobstverständlich freuen wir uns auch an einem Nicht-Aktionstag über eure Solidarität!

Erste Fotos vom Aktionstag aus Neumünster, Hamburg, Berlin und Chemnitz:

Aktionstag Neumünster 01

Aktionstag Neumünster 02

Aktionstag Hamburg 01

Aktionstag Hamburg 02

Aktionstag Berlin02

Aktionstag Chemnitz01

Bundesweiter Kinderschutzbund-Aktionstag gegen die Räumung der Liebigstr. 14

Aus Protest gegen die drohende polizeiliche Räumung des Berliner Wohn- und Kulturprojekts Liebigstr. 14, finden heute in zahlreichen Städten Protestaktionen statt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Deutschen Kinderschutzbund (DKSB), dessen Unnaer Geschäftsführer Edwin Thöne als Gesellschafter der Immobilien-Eigentümerin „Lila GbR“ die Entmietungspraxis verantwortet.

Anlass war die Urteilsverkündung über vier weitere Räumungsklagen gegen das Friedrichshainer Hausprojekt durch das Berliner Landgericht. Die Kündigungen von acht der ursprünglich neun bestehenden Einzelmietverträge sind nun rechtskräftig. Die letzte Räumungsklage wird am 13. November verhandelt.

Die Bewohner_innen versuchen seit Monaten eine einvernehmliche Lösung mit Edwin Thöne zu finden. So unterbreiten sie ihm das Angebot, seinen Gesellschafter-Anteil abzukaufen. Bis heute reagierte er auf dieses Angebot nicht. Und dies, obwohl er in einem Interview mit der Berliner Tageszeitung taz angab, aus der Lila GbR aussteigen zu wollen.

Als die Bewohner_innen begannen, den Zusammenhang zwischen der Tätigkeit Thönes als Geschäftsführer beim DKSB und der teils „feurigen“ Entmietungspraxis der Lila GbR zu problematisieren, reagierte der Kinderschutzbund mit haltlosen Unterstellungen. So hätten sich die Bewohner_innen der Urkundenfälschung, der Erpressung sowie der Verleumdung schuldig gemacht. DKSB-Präsident Heinz Hilgers drohte wegen letzterem kürzlich mit rechtlichen Schritten.

Die Bewohner_innen der Liebigstr. 14 fordern Edwin Thöne weiterhin dazu auf, endlich mit ihnen über eine einvernehmliche Lösung zu verhandeln. Vom Kinderschutzbund erwarten sie eine klare Stellungnahme gegen die entwürdigende Praxis ihres Unnaer Geschäftsführers auf dem Berliner Immobilienmarkt. Der DKSB steht in der Verantwortung, sich ggf. von einem solchen Mitarbeiter zu trennen.

Offener Brief an Heinz Hilgers: Bekennen Sie sich zu den Zielen des DKSB!

Sehr geehrter Herr Hilgers,

Auf seiner Internetseite beschreibt der Deutsche Kinderschutzbund e.V. sich und seine Ziele mit folgenden Worten:

„Sie [die Mitglieder] setzen sich gemeinsam mit über 10.000 Ehrenamtlichen und rund 3.000 Mitarbeitern für Kinder und gegen Missstände ein, drängen Politiker und Verwaltung zum Handeln und packen selber an. […] Aktiv wendet er [der Kinderschutzbund] sich gegen jede Form von Benachteiligung, Diskriminierung und Ausgrenzung nicht nur von Kindern, sondern aller Menschen. Denn nur in einer Gesellschaft, die durch Offenheit, Toleranz, ein friedliches Miteinander, Gerechtigkeit, Verständnis und Solidarität gekennzeichnet ist, werden Kinder eine gute Zukunft haben.“

Der Geschäftsführer des Unnaer Kreisverbandes, Edwin Thöne, betreibt zusammen mit seinem Jugendfreund Suitbert Beulker z.Zt. die polizeiliche Räumung einer ganzen Hausgemeinschaft, bestehend aus 28 Menschen, darunter drei Kleinkinder.

Bereits Ende vergangenen Jahres machten wir ihn auf die sozialen Folgen seines Handelns aufmerksam, woraufhin er zunächst mit Nichtwissen bestritt, über das Vorgehen seines Geschäftspartners informiert zu sein. Nachdem wir ihm ausreichend Material zur Verfügung stellten um die Lage beurteilen zu können, schwieg er. Währenddessen liefen in Berlin die Prozesse gegen uns weiter. Diese wurden nicht nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis E. Thönes verhandelt, seine Einwilligung war und ist die Voraussetzung dafür.

Da er sich auf unsere Schreiben nicht mehr meldete, problematisierten wir öffentlich die Tatsache, dass der Repräsentant einer Organisation mit den eingangs zitierten Zielen imstande ist, in seiner Freizeit als rücksichtsloser Immobilienspekulant aufzutreten. Erst aufgrund dessen meldete sich E. Thöne wieder bei uns. Per E-Mail teilte er uns mit, aus der Eigentümer-Gesellschaft „Lila GbR“ aussteigen zu wollen.

Dies bedeutete jedoch nicht, dass er die drohende polizeiliche Räumung unseres Hauses verhindern will. So teilte uns unser Anwalt mit, dass Herr Thöne die Prozesse gegen uns stoppen und die Räumung verhindern könne, in dem er eine im Januar 2007 ausgestellte Vollmacht widerruft. Dazu war Herr Thöne allerdings nicht bereit.

Aufgrund der akuten Gefahr unseren Wohnraum zu verlieren, sahen wir sahen uns daher gezwungen, weiterhin auf seine soziale Verantwortung zu pochen und informierten von nun an sämtliche Orts-, Kreis- und Landesverbände sowie den Bundesverband des Kinderschutzbundes über unsere Situation. Am 4. September besuchten wir Herrn Thöne in Unna. Wir forderten von ihm, den vorgefertigten Widerruf zu unterschreiben und in Verhandlungen um eine einvernehmliche Lösung einzutreten. Gleichzeitig forderten wir – mit einer Besetzungsaktion beim Büro des Bundesverbandes – den Kinderschutzbund auf, im Falle einer Weigerung arbeitsrechtliche Schritte wegen vereinsschädigendem Verhalten gegen Herrn Thöne einzuleiten.

Edwin Thöne war (und ist) weiterhin nicht bereit, die Prozesse gegen die Liebigstr. 14 zu stoppen. Sein Vorschlag, wir sollten doch „einfach ausiehen“, um eine Räumung zu verhindern, empfinden wir als blanken Hohn. In Berlin erläuterte uns Frau Honkanen-Schoberth, dass der Kinderschutzbund föderal aufgebaut sei und der Bundesverband darum nichts für uns tun könne. Nur eine Woche zuvor hatte die selbe Frau Honkanen-Schoberth in einer internen Mail an alle Landesverbände (mit der Bitte um Weiterleitung an die jeweiligen Orts- und Kreisverbände) geschrieben, dass sie keine Stellungnahmen von Orts-, Kreis- und Landeverbänden wünscht. Der Bundesverband werde sich der Sache annehmen.

Bis heute liegt uns jedoch erst eine Stellungnahme vor, und zwar vom Unnaer Kreisverband. Darin wird mit keinem Wort auf die fragwürdige Entmietungspraxis der Lila GbR und die sozialen Folgen derselben Bezug genommen. Stattdessen wird die Sache schlicht zu einer „Privatangelegenheit“ von Edwin Thöne erklärt, was wir in Anbetracht der vorgeblichen Ziele des Kinderschutzbundes in höchstem Maße verwunderlich finden.

Noch verwunderlicher ist die Tatsache, dass der Unnaer Kreisverband in seinem Schreiben sogar noch weiter geht, um die Interessen seines Mitarbeiters zu unterstützen. So wirft er uns „kriminelle Methoden“ vor. Diese Art von Diffamierung ist uns nicht neu. Die Lila GbR benutzt sie seit Jahren, um uns vor Gericht zu verunglimpfen. Dass diese Strategie nun vom Kinderschutzbund übernommen wird, halten wir für skandalös.

Ansonsten bekamen wir bislang – abgesehen von nicht-offiziellen Solidaritätsbekundungen von Seiten einiger Orts- und Kreisverbände – noch keine Reaktion vom Kinderschutzbund. Offensichtlich soll die „[Privat-]Angelegenheit Edwin Thöne“ totgeschwiegen werden.

Sie sind sicherlich nicht darüber verwundert, dass wir uns damit nicht zufrieden geben. Darum wenden wir uns mit diesem Schreiben an Sie, den langjährigen Präsidenten des Kinderschutzbundes.

Wir wollen zusammen mit unseren Kindern in der Liebigstr. 14 wohnen bleiben und eine einvernehmliche Lösung mit Herrn Thöne erzielen. Er ist u.E. in der Verantwortung, die letzten noch laufenden Prozesse sofort zu stoppen und seinem Partner Herrn Beulker, die Vollmacht zu entziehen, uns räumen zu lassen.

Von Ihnen und Ihrem Verband erwarten wir ein klares Bekenntnis zu Ihren sich selbst gesteckten Zielen. Dies kann nur heißen, dass Sie sich ohne Wenn und Aber gegen die polizeiliche Räumung der Liebigstr. 14 aussprechen. Des weiteren fordern wir Sie dazu auf, arbeitsrechtliche Schritte gegen Herrn Thöne einzuleiten, sollte er an der bisherigen Geschäftspraxis der Lila GbR festhalten, die den Zielen des Kinderschutzbundes diametral widersprechen.

Mit freundlichen Grüßen,
die Bewohner_innen der Liebigstr. 14

Kinderschutzbund Unna kriminalisiert Liebig14

Erstmals veröffentlichte der Unnaer Kinderschutzbund eine Stellungnahme zur geplanten Räumung des Berlin-Friedrichshainer Wohn- und Kulturprojekts Liebigstr. 14 durch seinen Geschäftsführer Edwin Thöne. Dabei schlägt er sich auf die Seite der Eigentümer-Gesellschaft Lila GbR, der neben Thöne auch Suitbert Beulker angehört. Zur entwürdigenden Entmietungspraxis der Lila GbR, von der neben der Liebigstr. 14 auch die Eckkneipe „Zimt & Zunder“ (Rigaer Str. 96) betroffen ist, schweigt sich der Kinderschutzbund aus. Dagegen wirft er den Bewohner_innen „kriminelle Methoden“ vor.

Bereits am vergangenen Donnerstag beklagte sich der Kinderschutzbund – in Person von Bundesgeschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth – bei den Bewohner_innen der Liebigstr. 14 über deren „aggressiven Pressearbeit“. Jetzt schreibt der Unnaer Kreisverband, es würde „ein enormer Druck auf unseren Mitarbeiter Herrn Thöne als auch auf uns als Verband mit unlauteren und zum Teil kriminellen Methoden ausgeübt.“

Dass jener Herr Thöne es fertig bringt, eine ganze Hausgemeinschaft auf die Straße zu setzen, erwähnt das Papier nicht. Der Kinderschutzbund stellt lediglich fest, „dass unser Mitarbeiter Edwin Thöne als Privatperson, Mitgesellschafter der Lila GbR ist.“ Dass er in dieser Funktion im Januar 2007 seinem Partner Suitbert Beulker eine Vollmacht ausstellte, mit der dieser die Räumungsprozesse gegen das exbesetzte Haus überhaupt erst führen kann, erwähnt der Kinderschutzbund nicht. Auch nicht, dass Thöne diese Vollmacht jederzeit widerrufen könnte. Dadurch würden die Prozesse gestoppt und die Räumung wäre vorerst verhindert. Laut der Erklärung ist dies „aber Herrn Thönes Privatangelegenheit und berührt in keiner Weise seinen Aufgabenbereich als Mitarbeiter des Kinderschutzbundes.“

Wenn ein Mitarbeiter des Kindeschutzbundes „als Privatperson“ 28 Menschen mitsamt dreier Kleinkinder aus Profitinteressen ihr Zuhause nimmt, ist dies also eine „Privatangelegenheit“.

Der Kinderschutzbund macht sich als gemeinnützige Organisation, die vorgibt, sich für das Kindeswohl einzusetzen, in höchstem Maße unglaubwürdig, wenn er sich hinter einen Immobilienspekulanten stellt und sein rücksichtsloses Handeln auch noch versucht zu decken. Wenn er zudem noch die Diffamierungsstrategie der Lila GbR übernimmt, in dem er den Bewohner_innen „kriminelle Methoden“ nachsagt, macht er sich zum Helfer einer menschen- und kinderfeindlichen Entmietungspraxis.

Der Bundesverband, der sich am vergangenen Donnerstag – mit Verweis auf die „föderalen Strukturen“ des Kinderschutzbundes – versuchte, der Verantwortung zu entziehen, untersagte in einem internen Schreiben allen Orts-, Kreis- und Landesverbänden, sich zur Angelegenheit zu äußern. Der Bundesverband werde sich der Sache weiter annehmen. Ja, was denn nun, Frau Honkanen-Schoberth?

Inzwischen haben auch einige Medien das Thema aufgegriffen. So berichteten die Tageszeitung „Neues Deutschland“, die „junge Welt“ und der Berliner „Tagesspiegel“ über das Räumungsvorhaben der Lila GbR. Anders der Unnaer Regionalteil der Westfälischen Rundschau. In der Manier eines Hofberichterstatters erläutert Redakteur Jens Schopp, wie viel der arme Edwin Thöne erleiden muss. Es werde „von Seiten der Mieter ein enormer Druck“ auf ihn aufgebaut. Dabei habe er immer wieder versucht im Streit zwischen den Bewohner_innen und Beulker zu vermitteln.

Sein letztes „Vermittlungsangebot“ machte Thöne („Ich bin kein Immobilienspekulant!“) am vergangenen Freitag. Wenn die Bewohner_innen die Räumung wirklich verhindern wollten, erklärte er, könnten sie doch „einfach ausziehen“.

Kinderschutzbund kriminalisiert legitimen Protest

In der Auseinandersetzung um die drohende Räumung des Wohn- und Kulturprojekts Liebigstr. 14 in Berlin-Friedrichshain meldete sich nun erstmals der Kreisverband Unna des Kinderschutzbundes zu Wort. Er schlägt sich auf die Seite der Eigentümer-Gesellschaft Lila GbR seines Geschäftsführers Edwin Thöne und verliert kein einziges Wort über deren skandalöse Entmietungspraxis. Gleichzeitig setzt der Kinderschutzbund die Diffamierungsstrategie der Eigentümer fort.

Statt auf Edwin Thöne einzuwirken, die Räumung zu verhindern, knüpft der Unnaer Kinderschutzbund nahtlos an die Strategie der Lila GbR an und unterstellt uns „kriminelle Methoden“. Offensichtlich stellt für den Kinderschutzbund die Tatsache, dass 28 Menschen mitsamt dreier Kleinkinder auf die Straße gesetzt werden, kein Problem dar. Das Problem ist eher, dass wir uns erdreisten, darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen und auf den Zusammenhang zwischen vorgeblichem sozialen Engagement und rücksichtsloser Immobilienspekulation aufmerksam zu machen.

Erst durch das Herstellen von Öffentlichkeit war Edwin Thöne bereit, mit uns zu reden. Das Gespräch verlief allerdings enttäuschend. So versteckte er sich hinter seinem Mitgesellschafter Suitbert Beulker und behauptete, nichts mit der Angelegenheit zu tun zu haben. Dem ist nicht so. So unterzeichnete er im Januar 2007 eine Vollmacht, die es Beulker erst ermöglicht, die Räumung zu betreiben. Diese Vollmacht könnte Herr Thöne jederzeit widerrufen.

Wir stellen die Glaubwürdigkeit des Kinderschutzbundes in Frage, wenn er die drohende Räumung unseres Hauses als Privatangelegenheit Edwin Thönes deklariert. Auch der Verweis auf eine „gerechte Entscheidung“ des Gerichts läuft ins Leere. Sie entbindet Herrn Thöne nicht von seiner Verantwortung für die Entmietungspraxis der Lila GbR. Einem Verband, der sich in seiner Geschichte des öfteren für Gesetzesänderungen – wie bspw. dem Verbot von körperlicher Gewalt in der Erziehung – stark gemacht hat, sollte klar sein, dass Gerichte nicht immer eine „gerechte Entscheidung“ treffen.

Wir fordern Herrn Thöne weiterhin dazu auf, seine Vollmacht endlich zu widerrufen und eine einvernehmliche Lösung mit uns anzustreben. Sollte er nach wie vor nicht daran interessiert sein, fordern wir den Deutschen Kinderschutzbund auf, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.