Fünfmal trafen sich bisher Bezirkspolitiker und Bewohner, um über die Zukunft des Hauses Liebig 14 zu beraten. Ohne Erfolg – die Eigentümer wollen nicht verkaufen. Heute wird weiterverhandelt (mehr…)
Archiv der Kategorie 'Presse'
Deutschlandradio Kultur (Reportage) 06.02.:
hier zum runterladen als mp3
RBB (Bericht über die Demo):
bericht
Video RBB-Nachrichten vom 06.02.(bei 0:50)
Morgenpost:
07.02.2010
Die taz berichtet heute über tee im terrornest und bei Radio Fritz gabs folgenden Beitrag zur Situation des Hausprojekts:
Die Liebigstraße, das Epizentrum der Anarcho-Berliner. Besetzte Häuser gibt es hier, immer wieder geraten Polizisten und Linke aneinander. Viele Anwohner haben Verständnis für den Protest der Linken. Aber Autozündelei wird kritisiert.
So muss es aussehen, ein Epizentrum der Revolution. Über der Liebigstraße flattern an einer langen Schnur schwarzrote Anarcho-Wimpel zwischen den sich gegenüberliegenden, schrillbunten Häusern Nummer 34 und 14. Die Fenster sind vergittert, Türen mit dicken Vorhängeschlössern gesichert, Transparente und Graffiti rufen „Wir bleiben alle“, „Wir sind nicht käuflich“ oder schlicht „Hey Ho“. Hier und da blinkt das eingekringelte Anarchisten-A. Von den Bewohnern der in der Szene „Frauen-Lesben-Trans-Hausprojekt“ genannten Nummer 34 und des „selbstverwalteten Hausprojekts“ Nummer 14 ist am Dienstagmittag allerdings keiner zu sehen. Die Häuser wirken im Nieselregen wie Filmkulissen, die nach einem Dreh stehengeblieben sind. Doch der langsam vorbeifahrende Polizeitransporter erinnert daran, dass hier Staat und Szene einen harten Konflikt ausfechten. (mehr…)
Mit unverhohlener Freude reagierten einige Presseorgane auf die Festnahme des 23jährigen Tobias und die folgenden Razzien in der Liebigstraße. Tobias wurde als „Fackel-Chaot“ u.ä. bezeichnet, bevor auch nur eine Haftprüfung stattgefunden hatte. Sein Bild prangte auf der Titelseite der „B.Z.“ Seine Familienverhältnisse, sein beruflicher Werdegang und seine angebliche Adresse wurde in mehreren Zeitungen veröffentlicht.
Zugleich wurde die Liebigstr.14 als „Terrornest“ bezeichnet und darüber schwadroniert, dass dieses Umfeld schlechten Einfluss auf Tobias ausgeübt hätte.
Hier einige Klarstellungen: (mehr…)
Aktuelle Presseveröffentlichungen über die Liebig 14 und über eine Artikelsammlung über Suitbert Beulker finden sich in der Kategorie „Presse“.
Eine Exsekretärin packt aus: Suitbert Beulker, Eigentümer der Rigaer Straße 94, steht anscheinend vor dem Konkurs
Der Konflikt zwischen dem Hausprojekt Rigaer Straße 94 und dem Eigentümer Suitbert Beulker beschäftigt die Medien seit Jahren. Im Mai 2003 erreichte die Auseinandersetzung ihren Höhepunkt mit Polizeieinsätzen und einem Wachdienst, der die BesucherInnen des Hauses kontrollierte. Jetzt ist es ruhiger geworden. Beulkers Exsekretärin Franziska Hobrecht (Name auf Wunsch geändert) hat dafür eine Erklärung: Beulker, dem eine Baufirma und mehrere Häuser in Friedrichshain gehören, habe sich finanziell übernommen und stehe kurz vor dem Konkurs.
Sie muss es wissen: Drei Jahre lang war Hobrecht nicht nur Beulkers Sekretärin, sondern verwaltete inoffiziell auch seine Häuser. Zum Bruch kam es im September, nachdem sie monatelang keinen Lohn gesehen hatte.
Kurz danach nahm sie Kontakt mit den Bewohnerinnen des Hausprojektes Rigaer 94 auf: „Ich wollte Herrn Beulker die weiße Weste ausziehen.“
Chronische Geldnöte müssen bei Beulker an der Tagesordnung gewesen sein. Kurz vor ihrem Ausscheiden im September 2003 soll er […] Euro Schulden angehäuft haben. So seien schon mal Werkzeuge von den betroffenen Firmen als Pfand einbehalten worden. Häufiger seien auf Initiative von Gläubigern Beulkers Konten gesperrt worden.
Immer wieder habe sich der Unternehmer auf Kosten anderer finanziell Luft verschafft. 17 Beschäftigte seien entlassen worden, nachdem sie mehrere Monate keinen Lohn gesehen hätten. Teilweise habe Beulker Fördermittel vom Arbeitsamt weiter kassiert. Auch der Kleinkrieg mit den Bewohnerinnen der Rigaer 94 blieben Hobrecht nicht verborgen. Beulker habe wiederholt erklärt, er „werde das Haus schon leer bekommen“. Dabei soll er sich nicht nur juristischer Mittel bedient haben. Im Beisein der Sekretärin habe er einem Elektriker den „unkonventionellen Vorschlag“ gemacht, die Stromversorgung des Hinterhauses an den Baustellen-Starkstrom anzuschließen. Alle diese Angaben bekräftigte Hobrecht gegenüber der Justiz in einer eidesstattlichen Erklärung.
Die Bewohnerlnnen der Rigaer 94 sind von den Neuigkeiten nicht überrascht. Es habe in den letzten Wochen auch in den übrigen Beulker-Häusern Mieterversammlungen gegeben. Im Falle eines Konkursverfahrens rechne man damit, dass die Häuser unter Zwangsverwaltung kommen.
die tageszeitung, 23.12.2003